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Windpark Sien baut Schulden ab – Liquidität sinkt, langfristige Verpflichtungen bleiben hoch

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von rund 9,16 Millionen Euro ab. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,95 Millionen Euro. Damit verringerte sich die Bilanzsumme um rund 790.000 Euro beziehungsweise knapp acht Prozent.

Der größte Teil des Vermögens entfällt weiterhin auf die Windenergieanlagen. Das gesamte Anlagevermögen lag Ende 2025 bei knapp 7,98 Millionen Euro, nach 8,42 Millionen Euro im Vorjahr. Davon entfielen 7,95 Millionen Euro auf technische Anlagen. Hinzu kamen Wertpapiere des Anlagevermögens im Umfang von 25.500 Euro.

Windenergieanlagen verlieren rund 442.000 Euro Buchwert

Die technischen Anlagen standen zu Jahresbeginn noch mit rund 8,40 Millionen Euro in den Büchern. Bis Ende 2025 sank ihr Buchwert auf rund 7,95 Millionen Euro.

Hintergrund sind im Wesentlichen planmäßige Abschreibungen von 443.885 Euro. Die historischen Anschaffungskosten der technischen Anlagen beliefen sich Ende 2025 auf rund 11,06 Millionen Euro, während sich die kumulierten Abschreibungen inzwischen auf gut 3,11 Millionen Euro summieren.

Damit zeigt sich der typische Verlauf eines laufenden Windenergieprojekts: Während die Anlagen weiterhin den überwiegenden Teil der Bilanz bestimmen, nimmt ihr handelsrechtlicher Buchwert mit fortschreitender Nutzungsdauer kontinuierlich ab.

Umlaufvermögen geht deutlich zurück

Schwächer entwickelte sich das Umlaufvermögen. Es sank von rund 1,48 Millionen Euro auf 1,13 Millionen Euro.

Besonders deutlich war der Rückgang bei den Forderungen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände reduzierten sich von 506.312 Euro auf 289.907 Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen sogar von rund 450.626 Euro auf nur noch 164.797 Euro zurück.

Gleichzeitig stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände von 55.686 Euro auf 125.109 Euro.

Bankguthaben sinken um rund 135.000 Euro

Auch die Liquidität nahm ab.

Die Guthaben bei Kreditinstituten lagen Ende 2025 bei rund 841.363 Euro. Im Vorjahr waren es noch 976.553 Euro. Damit gingen die verfügbaren Bankmittel um rund 135.000 Euro zurück.

Das ist zwar kein dramatischer Einbruch, zeigt aber zusammen mit dem sinkenden Umlaufvermögen, dass der kurzfristige finanzielle Puffer kleiner geworden ist.

Eigenkapital bleibt nahezu unverändert

Das Eigenkapital veränderte sich dagegen kaum.

Ende 2025 weist die Gesellschaft 2,92 Millionen Euro Eigenkapital aus, praktisch genauso viel wie im Vorjahr. Die Kapitalanteile der Kommanditisten lagen bei 2.921.773 Euro.

Rechnerisch ergibt sich damit eine Eigenkapitalquote von rund 31,9 Prozent.

Da die Bilanzsumme gesunken ist, hat sich die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert, obwohl das absolute Eigenkapital praktisch unverändert blieb.

Das feste Kommanditkapital beträgt 2,923 Millionen Euro. Das variable Kommanditkapital ist dagegen mit minus 1.327 Euro geringfügig negativ. Dieser Betrag entspricht im Wesentlichen Entnahmen.

Gesamtschulden sinken um mehr als 850.000 Euro

Deutlich positiver fällt die Entwicklung bei den Verbindlichkeiten aus.

Diese reduzierten sich von rund 6,90 Millionen Euro auf 6,04 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um etwa 855.000 Euro.

Der größte Posten sind weiterhin Bankdarlehen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 5,81 Millionen Euro auf 5,27 Millionen Euro. Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 535.000 Euro Bankverbindlichkeiten abgebaut.

Mehr als 2,7 Millionen Euro laufen länger als fünf Jahre

Von den Bankverbindlichkeiten sind rund 535.294 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 4,73 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon laufen rund 2,75 Millionen Euro länger als fünf Jahre.

Die Finanzierung ist damit weiterhin klar langfristig strukturiert.

Das kann bei einem Infrastrukturprojekt grundsätzlich stabilisierend wirken, bedeutet aber zugleich, dass die Gesellschaft noch über viele Jahre an ihre Finanzierung gebunden bleibt.

Bank erhält umfassende Sicherheiten

Sämtliche Bankverbindlichkeiten von rund 5,27 Millionen Euro sind besichert.

Als Sicherheiten dienen die technischen Anlagen selbst, die Verpfändung von Konten sowie die Abtretung von Forderungen und Ansprüchen aus dem operativen Geschäft.

Damit verfügt die finanzierende Bank über weitreichenden Zugriff auf wesentliche Vermögenswerte und Zahlungsströme der Gesellschaft.

Eine solche Struktur ist bei projektfinanzierten Windparks üblich, zeigt aber zugleich, wie eng die Finanzierung mit den laufenden Betriebserlösen und dem Wert der Anlagen verbunden ist.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern deutlich reduziert

Auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen zurück.

Sie sanken von rund 1,07 Millionen Euro auf 656.307 Euro. Nach Angaben im Anhang entfällt dieser Betrag vollständig auf Gesellschafter.

Damit wurden innerhalb eines Jahres mehr als 400.000 Euro konzern- beziehungsweise gesellschafterbezogene Verbindlichkeiten abgebaut.

Auffällig ist gleichzeitig der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Diese erhöhten sich von nur 8.953 Euro auf 92.388 Euro.

Kurzfristige Schulden gehen zurück

Von den gesamten Verbindlichkeiten von 6,04 Millionen Euro waren Ende 2025 rund 1,30 Millionen Euro kurzfristig, also innerhalb eines Jahres fällig.

Im Vorjahr waren es noch 1,62 Millionen Euro.

Der kurzfristige Finanzierungsdruck hat sich damit etwas verringert. Langfristige Verbindlichkeiten summieren sich auf rund 4,73 Millionen Euro.

Die Bankguthaben von 841.000 Euro reichen zwar nicht allein aus, um sämtliche kurzfristigen Verbindlichkeiten abzudecken. Allerdings müssen für eine vollständige Liquiditätsbewertung auch laufende Stromerlöse und weitere Zahlungsströme berücksichtigt werden.

Rückstellungen steigen

Die Rückstellungen erhöhten sich von rund 82.185 Euro auf 93.175 Euro.

Ein wesentlicher Teil davon betrifft die spätere Rückbauverpflichtung der Windenergieanlagen. Dafür sind rund 62.000 Euro zurückgestellt, nach 54.000 Euro im Vorjahr.

Weitere rund 24.000 Euro betreffen unter anderem Mehrerlösberechnungen für Pacht, technische Betriebsführung und Wartung.

Rückbau zusätzlich durch Bürgschaften abgesichert

Neben der bilanziellen Rückstellung bestehen weitere Sicherheiten.

Die GLS Bank hat für die Gesellschaft Rückbaubürgschaften in Höhe von insgesamt 424.000 Euro gestellt. Dafür besteht ein Avalkredit in gleicher Höhe.

Dieser Kredit ist wiederum durch Guthaben, technische Anlagen sowie Forderungen und Ansprüche aus bestehenden Verträgen besichert.

Nach Angaben des Unternehmens seien derzeit keine Anzeichen erkennbar, dass die Gesellschaft ihren Rückbauverpflichtungen zum vorgesehenen Ende des Betriebs im Jahr 2043 nicht nachkommen könne.

Fast 4,8 Millionen Euro Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Besonders relevant sind die sogenannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Sie beliefen sich Ende 2025 auf rund 4,82 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 5,10 Millionen Euro.

Dabei handelt es sich überwiegend um langfristige Wartungs-, Pacht- und Geschäftsbesorgungsverträge. Die Verträge laufen voraussichtlich bis 2043.

Diese Verpflichtungen erscheinen nicht als klassische Verbindlichkeiten in der Bilanz, stellen aber wirtschaftlich dennoch zukünftige Zahlungsbelastungen dar.

Gerade bei Windparks sind solche Verträge von großer Bedeutung, weil Wartung, Flächennutzung und Betriebsführung über viele Jahre vertraglich abgesichert werden müssen.

Kein eigenes Personal

Die Windpark Sien GmbH & Co. KG beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer.

Die laufenden Geschäfte werden entgeltlich von der Commerz Real AG übernommen. Die Geschäftsführung lag 2025 bei Axel Seider und Felicitas Schrom.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Windpark Sien Verwaltungsgesellschaft mbH aus Düsseldorf. Die Gesellschaft selbst ist beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRA 28250 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde am 21. Mai 2026 festgestellt.

Auffällig: Schuldenabbau bei gleichzeitig sinkender Liquidität

Der Abschluss zeigt damit zwei gegenläufige Entwicklungen.

Positiv ist vor allem der deutliche Schuldenabbau. Sowohl die Bankverbindlichkeiten als auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wurden reduziert.

Gleichzeitig gingen jedoch Bankguthaben und Forderungen zurück.

Das kann darauf hindeuten, dass ein Teil der vorhandenen Liquidität für Tilgungen oder laufende Verpflichtungen eingesetzt wurde. Aus dem Jahresabschluss allein lässt sich der genaue Zusammenhang jedoch nicht ableiten.

Fazit

Die Windpark Sien GmbH & Co. KG präsentiert sich Ende 2025 bilanziell etwas schlanker und weniger verschuldet als ein Jahr zuvor.

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen um rund 855.000 Euro zurück, davon entfielen mehr als 535.000 Euro auf Bankkredite. Die Eigenkapitalquote liegt mit knapp 32 Prozent auf einem soliden Niveau.

Gleichzeitig ist die Liquidität gesunken und der Windpark bleibt langfristig stark gebunden: Mehr als 2,75 Millionen Euro der Bankverbindlichkeiten laufen noch über fünf Jahre. Zusätzlich bestehen außerhalb der Bilanz Verpflichtungen von rund 4,82 Millionen Euro aus Wartung, Pacht und Geschäftsbesorgung.

Das zentrale Bild des Jahresabschlusses lautet deshalb: Die Verschuldung sinkt, doch die Gesellschaft bleibt langfristig finanziell und vertraglich stark gebunden. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob die laufenden Stromerlöse ausreichen, um Tilgung, Wartung, Pacht und spätere Rückbaukosten dauerhaft komfortabel zu finanzieren.

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