Schon seit Jahren ist die Fischerei auf den westlichen Ostseehering stark eingeschränkt. Für 2026 gilt grundsätzlich lediglich eine Beifangquote. Der EU-Ministerrat hatte jedoch eine Ausnahme für die kleine Küstenfischerei beibehalten. Genau diese Sonderregelung möchte die Kommission für 2027 nun streichen.
Heringsbestand bleibt auf kritischem Niveau
Der entscheidende Grund ist die Entwicklung des Bestandes. Bereits bei den Entscheidungen für 2026 stellte die EU-Kommission fest, dass der Bestand des westlichen Ostseeherings deutlich unter den festgelegten Mindestwerten liegt. Die Fischereipolitik soll dem Bestand Gelegenheit geben, sich langfristig wieder aufzubauen.
Die Probleme betreffen nicht nur den Hering. Auch beim westlichen und östlichen Ostseedorsch ist die Situation seit Jahren angespannt. Für beide Bestände bestehen bereits Beschränkungen auf unvermeidbare Beifänge. Die Kommission setzt deshalb bei ihren Vorschlägen für die Ostsee auf besonders vorsichtige Fangmöglichkeiten.
Besonders kleine Küstenfischer betroffen
Für die deutsche Küstenfischerei hätte die Abschaffung der Ausnahme eine besondere Bedeutung. Bislang ermöglichte sie kleinen Betrieben trotz der schwierigen Bestandssituation noch einen begrenzten gezielten Heringsfang. Fällt diese Möglichkeit weg, dürfte Hering grundsätzlich nur noch unbeabsichtigt als Beifang in den Netzen landen.
Für die ohnehin unter wirtschaftlichem Druck stehenden Fischereibetriebe an der deutschen Ostseeküste würde damit eine weitere traditionelle Fangmöglichkeit wegfallen.
Entscheidung ist noch nicht gefallen
Das vollständige Verbot für die kleine Küstenfischerei ist allerdings noch nicht beschlossen. Die EU-Kommission hat am 24. August ihren Vorschlag für die Fangmöglichkeiten 2027 vorgelegt. Nun müssen die Mitgliedstaaten darüber verhandeln und die endgültigen Fangmengen und Regeln festlegen.
Damit zeichnet sich erneut ein schwieriger Konflikt ab: Die Bestände von Hering und Dorsch sollen sich erholen – gleichzeitig schrumpfen die wirtschaftlichen Möglichkeiten der verbliebenen Ostseefischer immer weiter.
Ich kann die Entscheidung der EU-Staaten zu den Heringsquoten weiterverfolgen und dich informieren, sobald feststeht, ob das Fangverbot tatsächlich kommt.