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Historische Kehrtwende: Island will den kommerziellen Walfang dauerhaft verbieten

dassel (CC0), Pixabay

Island steht vor einem grundlegenden Kurswechsel beim Walfang. Die Regierung in Reykjavík will den kommerziellen Walfang dauerhaft beenden und dafür im Februar einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Sollte das Parlament zustimmen, würde sich Island aus dem kleinen Kreis der Länder zurückziehen, die weiterhin kommerziell Wale jagen.

Die Chancen für eine Verabschiedung erscheinen aus Sicht der Regierung günstig: Sie verfügt im Parlament über eine eigene Mehrheit. Zugleich gibt es nach Angaben von Tierschutzorganisationen erhebliche öffentliche und politische Unterstützung für ein Verbot.

Jahrzehntelanger Streit könnte enden

Der Walfang gehört seit Jahren zu den umstrittensten Umwelt- und Tierschutzthemen Islands. Internationale Organisationen, Tierschützer und Prominente haben immer wieder ein Ende der Jagd gefordert.

Besonders im Mittelpunkt stehen Finnwale. Sie sind das wichtigste Ziel der kommerziellen isländischen Walfänger und werden von der Weltnaturschutzunion als gefährdet eingestuft.

Noch läuft die aktuelle Jagdsaison. Sie erstreckt sich von Juni bis Ende September. Bis zum 9. September 2026 wurden nach Angaben der Tierschutzorganisation Humane World for Animals bereits 80 Finnwale getötet. Die für dieses Jahr festgelegte Quote erlaubt den Fang von insgesamt 150 Tieren.

Erst 2024 wurde eine neue Lizenz vergeben

Die geplante Abschaffung bedeutet auch deshalb eine bemerkenswerte politische Kehrtwende, weil der kommerzielle Walfang erst vor wenigen Jahren längerfristig abgesichert worden war.

Eine Übergangsregierung hatte 2024 dem einzigen noch verbliebenen Walfangunternehmen Islands eine Lizenz für fünf Jahre erteilt. Mit einem gesetzlichen Verbot könnte diese Politik grundsätzlich beendet werden.

Damit würde nicht lediglich über einzelne Fangquoten oder zeitlich begrenzte Genehmigungen entschieden. Ziel der Regierung ist vielmehr ein dauerhaftes Ende des kommerziellen Walfangs.

Nur noch Norwegen und Japan

Sollte Island das angekündigte Verbot tatsächlich beschließen, würden nach den vorliegenden Angaben nur noch Norwegen und Japan kommerziellen Walfang betreiben.

Die internationale Gemeinschaft hatte bereits 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang eingeführt, um die Walbestände zu schützen. Einige Staaten gingen anschließend jedoch eigene Wege.

Norwegen nahm die kommerzielle Jagd 1993 wieder auf. Island folgte im Jahr 2006.

Japan trat 2019 aus der Internationalen Walfangkommission aus und nahm anschließend den kommerziellen Walfang in seinen eigenen Hoheitsgewässern wieder auf.

Ausnahmen für indigene Gemeinschaften bleiben davon unberührt

Vom kommerziellen Walfang zu unterscheiden ist die Jagd bestimmter indigener Bevölkerungsgruppen. Das internationale Moratorium sieht dafür unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen vor.

Dies betrifft beispielsweise Gemeinschaften in Grönland und Alaska, für die der Walfang traditionell eine wichtige Bedeutung für Ernährung und Kultur besitzt.

Das geplante Vorgehen Islands richtet sich dagegen gegen die kommerzielle Nutzung.

Entscheidung fällt im Parlament

Bis zu einem endgültigen Verbot sind allerdings noch politische Schritte notwendig. Zunächst muss die Regierung den angekündigten Gesetzentwurf vorlegen. Anschließend muss sich das isländische Parlament damit befassen.

Aufgrund der eigenen parlamentarischen Mehrheit der Regierung besitzt die Initiative eine wichtige politische Grundlage.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre dies eine historische Veränderung der isländischen Walfangpolitik. 20 Jahre nach der Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs im Jahr 2006 könnte Island die Jagd endgültig beenden.

Für den internationalen Walschutz wäre die Entscheidung ebenfalls bedeutsam: Aus drei Staaten, die in den vergangenen Jahren noch kommerziellen Walfang betrieben haben, würden dann zwei.

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  1. Eine gute Nachricht,eine sehr gute Nachricht.
    Ich hoffe dass es zum Verbot des Walfangs kommen wird.
    Ein Licht in dieser unerfreulichen Zeit.

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