Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht gemischt aus. Die Anteilklasse ID erzielte 2025 eine positive Wertentwicklung von 4,01 %, getragen vor allem durch Kursgewinne im chinesischen Aktienmarkt. Der Anteilwert stieg von 73,48 EUR auf 76,43 EUR. Gleichzeitig sank das Fondsvermögen deutlich von 4,72 Mio. EUR auf 3,07 Mio. EUR, vor allem durch hohe Mittelabflüsse von netto rund 1,84 Mio. EUR. Das spricht für nachlassendes Anlegerinteresse oder Rückgaben größerer Investoren.
Positiv ist die nahezu vollständige Investition in Aktien mit einer Quote von 99,04 %. Der Fonds war damit klar auf Markterholung ausgerichtet. Die größten Positionen — Alibaba, Tencent, NAURA Technology, Ping An Insurance und NetEase — zeigen eine Mischung aus chinesischer Internetwirtschaft, Technologie, Finanzwerten und Konsum. Die Strategie profitierte jedoch nur begrenzt von den besonders starken Segmenten wie KI-Infrastruktur, Halbleiter und exportorientierte Industriewerte. Der Bericht nennt ausdrücklich, dass der Fonds stärker auf eine Erholung der heimischen Nachfrage ausgerichtet war und dadurch relativ hinter technologiegetriebenen Marktsegmenten zurückblieb.
Kritisch zu bewerten sind die Kosten. Die laufenden Kosten der Anteilklasse ID lagen bei 1,79 %, zusätzlich fielen 42.674,74 EUR Transaktionskosten an. Bei einem kleinen Fondsvolumen von nur rund 3 Mio. EUR wirken fixe Kosten wie Prüfungs- und Veröffentlichungskosten besonders belastend. Der ordentliche Nettoertrag betrug lediglich 2.632,28 EUR, obwohl Dividenden und Zinsen zusammen über 56.000 EUR einbrachten. Für Anleger bleibt damit nur ein sehr kleiner laufender Ertrag übrig.
Der wichtigste Punkt ist jedoch die angekündigte Kündigung des Verwaltungsrechts zum 28. Mai 2026. Die Ausgabe von Anteilen wurde eingestellt; das Verfügungsrecht geht auf die Verwahrstelle über, die den Fonds grundsätzlich abwickeln und an Anleger verteilen muss. Damit ist der Fonds aus Anlegersicht kein normales langfristiges Investment mehr, sondern ein Produkt in einer Übergangs- beziehungsweise Abwicklungsphase. Eine Fortführung durch eine andere Kapitalverwaltungsgesellschaft ist zwar möglich, aber nur mit BaFin-Genehmigung.
Das Risikoprofil bleibt hoch: China-Aktien, Währungsrisiken, politische und regulatorische Risiken, Stock-Connect-Risiken sowie ESG- und Governance-Risiken prägen das Portfolio. Der Fonds setzte keine Derivate ein, die gemessene Hebelwirkung lag durchschnittlich bei 100 %, was positiv für die Transparenz ist. Dennoch bleibt die Konzentration auf China ein erheblicher Risikofaktor.
Fazit: Für bestehende Anleger war 2025 zwar ein leicht positives Jahr, doch die strukturelle Attraktivität des Fonds ist deutlich eingeschränkt. Das kleine Fondsvolumen, die hohen relativen Kosten, die Mittelabflüsse und vor allem die bevorstehende Kündigung der Verwaltung sprechen gegen ein Neuinvestment. Bestehende Anleger sollten vor allem prüfen, ob sie die Abwicklung abwarten oder ihre Position aktiv verkaufen möchten.