Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes Bild. Positiv ist zunächst die Wertentwicklung von +6,64 % nach BVI-Methode. Der Anteilwert stieg von 49,87 EUR Ende 2024 auf 53,18 EUR Ende 2025. Damit setzte der Fonds seine Erholung der letzten Jahre fort: 2022 lag der Anteilwert noch bei 45,10 EUR, 2023 bei 47,53 EUR.
Der Fonds ist mit 97,16 % Wertpapierquote nahezu vollständig investiert. Der Schwerpunkt liegt klar auf Investmentfondsanteilen, die rund 87,9 % des Fondsvermögens ausmachen. Ergänzend hält der Fonds Xetra-Gold mit 9,28 %, was als Absicherung gegen Krisen, Inflation oder Währungsrisiken interpretiert werden kann. Die Liquidität ist mit 3,59 % Bankguthaben eher gering, aber für einen weitgehend investierten Mischfonds nicht ungewöhnlich.
Kritisch zu sehen ist jedoch die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Fondsvermögen sank von 6,18 Mio. EUR auf 5,50 Mio. EUR. Hauptgrund war ein deutlicher Mittelabfluss von netto rund 1,07 Mio. EUR. Anleger haben also im Jahresverlauf deutlich mehr Anteile zurückgegeben als neue Anleger investiert haben. Das kann auf mangelndes Vertrauen, Liquiditätsbedarf der Anleger oder geringe Attraktivität des Fonds im Wettbewerbsvergleich hindeuten.
Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt sind die Kosten. Die TER beträgt 2,69 %, zusätzlich wurde eine performanceabhängige Vergütung von 0,45 % ausgewiesen. Für Anleger ist das hoch, besonders weil der Fonds überwiegend in andere Fonds investiert und dadurch eine zusätzliche Kostenebene entsteht. Die ordentlichen Erträge von rund 30.506 EUR reichten bei weitem nicht aus, um die Aufwendungen von rund 102.972 EUR zu decken. Daraus ergab sich ein negativer ordentlicher Nettoertrag von -72.465 EUR.
Auffällig ist außerdem, dass das realisierte Ergebnis mit -1,56 Mio. EUR stark negativ war. Der Jahresgewinn von 528.987 EUR entstand vor allem durch positive nicht realisierte Wertveränderungen. Das bedeutet: Die gute Jahresperformance beruht wesentlich auf Buchgewinnen beziehungsweise Erholungen im Bestand, nicht auf realisierten Gewinnen.
Das Risikoprofil bleibt anspruchsvoll. Der Fonds ist breit gestreut, aber stark abhängig von Zielfonds, Marktbewegungen, Währungen, Zinsen und Liquidität der gehaltenen Fonds. Hinzu kommen geopolitische Risiken wie Krieg, Zollpolitik und volatile Kapitalmärkte. Nachhaltigkeitskriterien spielen keine besondere Rolle; der Fonds ist als Artikel-6-Produkt nach SFDR eingestuft.
Insgesamt eignet sich der efv-Perspektive-Fonds II eher für Anleger mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont und erhöhter Risikobereitschaft. Die Performance 2025 war ordentlich, aber die hohen Kosten, die deutlichen Mittelabflüsse und die Abhängigkeit von nicht realisierten Gewinnen sollten kritisch beobachtet werden. Für bestehende Anleger ist der Fonds weiterhin haltbar, für Neuanleger sollte jedoch ein Vergleich mit kostengünstigeren Mischfonds oder ETF-basierten Alternativen erfolgen.