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Wallrich Marathon Balance 2025: Solide Rendite, aber hohe Kosten und deutliche Konzentrationsrisiken

geralt (CC0), Pixabay

Der Wallrich Marathon Balance erzielte 2025 eine positive Wertentwicklung von +7,22 %. Der Anteilwert stieg von 116,38 EUR auf 122,51 EUR, zusätzlich wurde eine Ausschüttung von 2,75 EUR je Anteil vorgenommen. Aus Anlegersicht ist das Ergebnis ordentlich, insbesondere vor dem Hintergrund eines volatilen Marktumfelds mit geopolitischen Risiken, Zinswende und starken Bewegungen bei Technologie- und Edelmetallwerten.

Die Vermögensstruktur zeigt einen klar vermögensverwaltenden Charakter: Rund 64,7 % des Fondsvermögens sind in Investmentfonds investiert, ergänzt durch 10,6 % Aktien, 9,2 % Zertifikate, 9,2 % Anleihen und 6,5 % Liquidität. Auffällig ist jedoch die starke Gewichtung einzelner Zielfonds, insbesondere Wallrich AI Peloton mit 18,62 % und Wallrich AI Libero mit 14,54 %. Damit hängt ein erheblicher Teil der Entwicklung von wenigen internen bzw. nahestehenden Fondslösungen ab.

Positiv zu bewerten ist, dass der Fonds Gewinne realisieren konnte. Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften lag bei 119.681 EUR, während das gesamte Jahresergebnis 442.758 EUR betrug. Ein großer Teil davon stammt allerdings aus nicht realisierten Gewinnen von rund 320.162 EUR. Diese Gewinne sind bilanziell erfreulich, aber noch nicht endgültig gesichert.

Kritisch ist die Kostenstruktur. Die TER von 2,01 % ist für einen vermögensverwaltenden Fonds relativ hoch, zumal zusätzlich Zielfonds mit eigenen Verwaltungskosten enthalten sind. Auch die Tatsache, dass 100 % des Transaktionsvolumens mit verbundenen Unternehmen abgewickelt wurden, sollte Anleger aufmerksam machen, auch wenn dies nicht automatisch negativ ist.

Ein weiterer Schwachpunkt ist der Mittelabfluss. Das Fondsvermögen sank von 6,95 Mio. EUR auf 6,70 Mio. EUR, obwohl der Fonds ein positives Jahresergebnis erzielte. Netto flossen 572.788 EUR aus dem Fonds ab. Das kann auf zurückhaltendes Anlegerinteresse oder Anteilsrückgaben hindeuten.

Aus Risikosicht bleibt der Fonds breit aufgestellt, weist aber relevante Einzelrisiken auf: starke USA- und Technologielastigkeit über Aktien und Zielfonds, Edelmetallexposure über Xetra-Gold, Währungsrisiken durch USD-Anlagen sowie ein problematischer Restbestand in der Wirecard-Anleihe. Nachhaltigkeitskriterien werden nicht berücksichtigt; der Fonds ist als Artikel-6-Produkt eingestuft.

Fazit: Für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont bietet der Fonds eine aktive, breit angelegte Multi-Asset-Strategie mit ordentlicher Jahresperformance. Gleichzeitig sollten die hohe Kostenquote, die Abhängigkeit von Zielfonds, Mittelabflüsse und Konzentrationen in Technologie-, USA- und Edelmetallthemen kritisch beobachtet werden. Der Fonds eignet sich eher für Anleger, die aktives Management akzeptieren und bereit sind, dafür höhere laufende Kosten sowie erhöhte Marktschwankungen in Kauf zu nehmen.

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