Berlin steht nach einem erneuten Brandanschlag fassungslos vor den Trümmern eines wichtigen sozialen Angebots. Unbekannte haben nun auch den dritten und letzten Kältebus der Berliner Stadtmission in Brand gesetzt. Die Fahrzeuge dienen seit Jahrzehnten dazu, obdachlose Menschen in den Wintermonaten vor dem Erfrieren zu schützen. Mit der jüngsten Tat ist die gesamte Kältebus-Flotte der Stadtmission außer Gefecht gesetzt.
Nach Angaben der Berliner Stadtmission ereignete sich der Vorfall am Neujahrstag gegen 14.30 Uhr auf einem Parkplatz in der Lehrter Straße. Ein 43-jähriger Mann soll den bislang unbeschädigten Bus angezündet haben. Mitarbeiter der Stadtmission sowie ein Sicherheitsmitarbeiter bemerkten die Tat und griffen sofort ein. Mit Feuerlöschern gelang es ihnen, die Flammen einzudämmen, noch bevor Schlimmeres passieren konnte. Dennoch wurde auch dieses Fahrzeug so stark beschädigt, dass es nicht mehr einsatzfähig ist.
Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort gestellt und der Polizei übergeben. Die Ermittler prüfen nun den Verdacht der Brandstiftung. Zudem wird untersucht, ob der Mann auch für die beiden vorherigen Brandanschläge verantwortlich ist. Bereits kurz nach Weihnachten waren zwei weitere Kältebusse auf demselben Gelände angezündet worden. Einer der Busse brannte vollständig aus, ein weiterer wurde durch das Feuer schwer beschädigt.
Die Anschläge trafen die Berliner Stadtmission in einer Phase, in der ihre Arbeit besonders dringend gebraucht wird. Seit dem 1. November sind die Kältebusse wieder jede Nacht unterwegs, um schutzlosen Menschen Schlafsäcke, heiße Getränke und warme Mahlzeiten anzubieten oder sie in Notunterkünfte zu bringen. Seit nunmehr 31 Jahren ist der Kältebus ein fester Bestandteil der Berliner Obdachlosenhilfe und ein Symbol gelebter Solidarität.
Umso größer war nach den ersten Anschlägen die Welle der Unterstützung aus der Bevölkerung. Zahlreiche Unternehmen und Privatpersonen boten spontan Hilfe an, stellten Fahrzeuge zur Verfügung oder unterstützten die Arbeit finanziell. Dank dieser Solidarität konnten die nächtlichen Einsätze zunächst weiterhin im gewohnten Umfang stattfinden.
Mit der Zerstörung aller drei aus Spenden finanzierten Fahrzeuge steht die Stadtmission nun vor einer erneuten Herausforderung. Der Angriff richtet sich nicht nur gegen Sachwerte, sondern gegen ein Angebot, das Leben rettet. Während die Ermittlungen laufen, hoffen die Verantwortlichen auf anhaltende Unterstützung, um die lebenswichtige Hilfe für obdachlose Menschen auch in den kommenden frostigen Nächten aufrechterhalten zu können.