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Bekennerschreiben nach Stromanschlag: Linksextreme Gruppe reklamiert Blackout in Berlin für sich

NikolayFrolochkin (CC0), Pixabay

Nach dem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten verdichten sich die Hinweise auf einen politisch motivierten Brandanschlag. Eine linksextremistische Gruppierung mit dem Namen „Vulkangruppe“ hat die Tat in einem umfangreichen Bekennerschreiben für sich reklamiert. Sicherheitsbehörden prüfen derzeit die Echtheit des Schreibens, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Seit Samstag sind rund 45.000 Haushalte in den Stadtteilen Wannsee, Zehlendorf, Nikolassee und Lichterfelde ohne Strom. Der Ausfall könnte nach Angaben des Netzbetreibers noch bis Donnerstag andauern. Ursache ist ein Brand an einer Strombrücke, bei dem mehrere Hochspannungskabel schwer beschädigt wurden. Heizungen fielen bei winterlichen Minusgraden aus, zahlreiche öffentliche Einrichtungen sind betroffen.

Das nun bekannt gewordene Bekennerschreiben umfasst mehrere tausend Wörter. Darin bezeichnet die mutmaßliche Tätergruppe den Anschlag als bewusstes Mittel politischer Auseinandersetzung und ruft offen zu weiteren Sabotageakten gegen Energieinfrastruktur auf. Die Tat wird darin als legitim und gesellschaftlich gerechtfertigt dargestellt. Die Autoren erklären, ihr Ziel sei es, den „Herrschenden den Saft abzudrehen“, räumen aber zugleich ein, dass die Auswirkungen auch unbeteiligte Haushalte treffen.

Die Folgen für die Bevölkerung sind erheblich. Notunterkünfte wurden eingerichtet, mehrere Pflegeheime mussten evakuiert werden. Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb, viele Schulen und Kitas bleiben zum Ferienende geschlossen. Besonders für ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen stellt der Strom- und Heizungsausfall bei den aktuellen Temperaturen eine ernsthafte Gefahr dar.

Politik und Sicherheitsbehörden reagieren mit großer Sorge. Die Berliner Energie-Senatorin Franziska Giffey sprach von einer außergewöhnlichen Zerstörungskraft des Anschlags. Nach ihren Angaben war die Wirkung des Brandes größer als bei früheren Sabotageakten. Gleichzeitig wird erneut über den Schutz kritischer Infrastruktur diskutiert.

Die „Vulkangruppe“ ist den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt. Unter wechselnden Bezeichnungen wird ihr eine Serie von Brand- und Sabotageanschlägen auf Bahn- und Energieanlagen in Berlin und Brandenburg zugeschrieben. Zu den mutmaßlichen Taten zählen Angriffe auf Bahntrassen, Strommasten sowie zuletzt die Lahmlegung der Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide im Jahr 2024.

Der Verfassungsschutz warnt seit Längerem vor den wachsenden Risiken solcher Angriffe. Sabotageakte gegen zentrale Infrastruktur hätten unmittelbare und massive Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, unabhängig von der erklärten Zielrichtung der Täter. Die aktuellen Ereignisse in Berlin bestätigen diese Einschätzung eindrücklich.

Während die Ermittlungen andauern, arbeiten Einsatzkräfte unter Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Für viele Berlinerinnen und Berliner bleibt bis dahin eine Situation der Unsicherheit – geprägt von Kälte, Dunkelheit und der Sorge, dass weitere Anschläge folgen könnten.

 

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