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Tagelanger Blackout im Berliner Südwesten: Ermittler prüfen Brandstiftung

RosZie (CC0), Pixabay

Ein massiver Stromausfall hat weite Teile des Berliner Südwestens in eine Ausnahmesituation versetzt. Zehntausende Haushalte und zahlreiche Betriebe in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sind seit den frühen Morgenstunden ohne Strom. Nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin könnte die vollständige Wiederherstellung der Energieversorgung noch bis Donnerstag dauern.

Auslöser des Blackouts war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, die das nahegelegene Kraftwerk Lichterfelde mit mehreren Hochspannungskabeln verbindet. Durch das Feuer wurden zentrale Leitungen schwer beschädigt. Insgesamt sind rund 45.400 Haushalte sowie etwa 2200 Gewerbebetriebe betroffen. Der Schaden ist so gravierend, dass umfangreiche Baumaßnahmen notwendig sind, um provisorische Ersatzleitungen zu verlegen.

Stromnetz Berlin rechnet damit, zumindest rund 10.000 Haushalte bereits ab dem Abend über alternative Netzabschnitte wieder versorgen zu können. Für alle übrigen Betroffenen dürfte sich die Reparatur jedoch deutlich länger hinziehen. Der Aufbau eines Provisoriums erfordert tiefgreifende Erdarbeiten und das Einziehen neuer Kabel. Erschwert werden die Arbeiten zusätzlich durch Bodenfrost und winterliche Witterung. Parallel läuft am Brandort noch die Spurensicherung.

Die Berliner Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Ob es sich um einen gezielten Anschlag handelt, ist derzeit noch offen. Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen nannten die Behörden bislang nicht. Bereits bei einem vergleichbaren Stromausfall im September 2025 im Südosten der Stadt war ein politisch motivierter Brandanschlag die Ursache gewesen. Damals waren ebenfalls rund 50.000 Haushalte betroffen.

Die Folgen des aktuellen Blackouts sind im Alltag deutlich spürbar. Viele Heizungen funktionieren nicht mehr, der Mobilfunk ist in Teilen gestört, Ampeln sind ausgefallen und zahlreiche Geschäfte mussten schließen. Besonders problematisch ist die Situation angesichts der winterlichen Temperaturen und der früh einsetzenden Dunkelheit. Die Feuerwehr bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen langanhaltenden Einsatz vor, der sich über mehrere Tage erstrecken könnte.

Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sprach von einem Ausmaß, das den Stromausfall vom vergangenen Herbst sogar übertreffe. Sie riet Betroffenen, wenn möglich vorübergehend bei Freunden oder Verwandten außerhalb der betroffenen Gebiete unterzukommen. Zugleich verwies sie auf die grundsätzliche Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur. Zwar seien in Berlin bereits rund 90 Prozent der Stromleitungen unterirdisch verlegt, doch verbleibende oberirdische Abschnitte stellten weiterhin ein erhebliches Risiko dar.

Der aktuelle Blackout verdeutlicht erneut, wie anfällig kritische Infrastruktur für Störungen und mögliche Angriffe ist. Während die Ermittler nach der Ursache des Brandes suchen, arbeiten Einsatzkräfte unter Hochdruck daran, die Versorgung schrittweise wiederherzustellen. Für viele Betroffene bleibt dennoch die Aussicht auf mehrere Tage ohne Strom – mitten im Winter.

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