Az. 3605 IN 4904/25
Die MVM-Mobility-Verkehrsmanagement Berlin GmbH mit Sitz in der Cicerostraße in Berlin steht vor einer entscheidenden Phase ihrer Unternehmenszukunft. Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 18. November 2025 eine vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Mobilitätsdienstleisters angeordnet. Geschäftsführer Andreas Keuchel sieht sich damit umfassenden gerichtlichen Auflagen und Kontrolle unterstellt.
Die gerichtliche Entscheidung hat weitreichende Folgen: Verfügungen über Vermögenswerte des Unternehmens sind nur noch möglich, wenn der vom Gericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Christian Otto zustimmt. Er wurde mit der Aufgabe betraut, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu prüfen und das vorhandene Vermögen vor weiteren Verlusten zu schützen.
Das Gericht verbietet der Schuldnerin jegliche eigenständige Verfügung über Bankguthaben oder offene Forderungen. Konten und Finanzströme stehen nun vollständig unter der Verwaltung des Insolvenzverwalters, der auch Sonderkonten zur Sicherung der Insolvenzmasse einrichten darf. Geschäftspartner und Kunden werden angewiesen, Zahlungen nicht länger an die Gesellschaft, sondern ausschließlich an den Insolvenzverwalter zu richten.
Auch Zwangsvollstreckungen sind vorerst gestoppt, um zusätzliche finanzielle Belastungen zu verhindern. Bereits eingeleitete Maßnahmen ruhen, ausgenommen ist lediglich Zugriff auf Immobilien.
Zur Sicherung der Unternehmenswerte erhält der Insolvenzverwalter Zugang zu Geschäftsunterlagen, Räumen und Systemen. Er ist befugt, detaillierte Nachforschungen anzustellen und Informationen bei Dritten einzuholen, um den tatsächlichen Zustand der wirtschaftlichen Verhältnisse aufzuklären und eine solide Entscheidungsgrundlage für das Hauptverfahren zu schaffen.
Mit diesem Beschluss rückt die wirtschaftlich schwierige Situation des Berliner Verkehrsmanagement-Unternehmens weiter in den Fokus. Ob ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wird oder ob es gelingt, eine Restrukturierung einzuleiten, hängt vom Ergebnis der finanziellen Prüfung in den kommenden Wochen ab.