Frankreich, einst das Sinnbild für die Zigarette im Café oder auf der Parkbank, erlebt einen historischen Wandel: Immer weniger Menschen greifen zum Glimmstängel. Laut den Gesundheitsbehörden in Paris ist der Anteil der täglichen Raucherinnen und Raucher unter den 18- bis 75-Jährigen im Jahr 2024 auf 18,2 Prozent gesunken – ein Rückgang um über zehn Prozentpunkte seit 2014, als noch 28,6 Prozent der Bevölkerung regelmäßig rauchten.
Nationale Strategie zeigt Wirkung
Der Erfolg ist das Ergebnis eines langfristigen und konsequenten Gesundheitsprogramms. Bereits 2014 startete Frankreich sein erstes nationales Programm zur Reduzierung des Tabakkonsums. Es kombiniert Preiserhöhungen, strikte Werbeverbote, die Ausweitung rauchfreier Zonen und die Erstattung von Nikotinersatztherapien durch die Krankenkassen.
Die Maßnahmen haben offenbar Wirkung gezeigt: Besonders unter jungen Erwachsenen und Frauen sei die Zahl der Raucherinnen und Raucher stark zurückgegangen.
Rauchstopp als politisches Ziel
Frankreichs Regierung will diesen Trend weiter beschleunigen. Gesundheitsminister Frédéric Valletoux kündigte an, bis 2032 ein rauchfreies Frankreich anzustreben. Dazu soll der Verkauf von Tabakprodukten weiter erschwert werden – etwa durch neue Verpackungswarnungen, ein Verbot bestimmter Aromen und eine Ausweitung des Rauchverbots auf öffentliche Orte wie Strände und Parks.
„Rauchen darf in Frankreich nicht länger normal sein“, so Valletoux. Die Regierung sehe die Tabakprävention nicht nur als Gesundheitspolitik, sondern auch als soziale Gerechtigkeitsfrage: Menschen mit niedrigem Einkommen rauchten überdurchschnittlich oft – und seien stärker von den gesundheitlichen Folgen betroffen.
E-Zigaretten im Fokus
Parallel beobachten die Behörden mit Sorge den zunehmenden Konsum von E-Zigaretten und Vapes unter Jugendlichen. Zwar gelten sie als weniger schädlich als klassische Zigaretten, doch auch hier warnt das Gesundheitsministerium vor einer „neuen Abhängigkeit in modernem Gewand“.
Fazit
Frankreichs Kampf gegen den Tabak zeigt eindrucksvoll, wie konsequente politische Maßnahmen und gesellschaftlicher Wandel zusammenwirken können. Das einstige „Land der Gauloises“ wird zunehmend rauchfrei – ein Beispiel, dem viele andere Staaten in Europa folgen könnten.