Der Jahresbericht zum 31.03.2025 des ImmoWert II – PATRIZIA Immobilien-Sondervermögens zeigt ein gemischtes Bild: Der Fonds ist operativ solide aufgestellt, leidet jedoch weiterhin unter den Folgen des Zinsanstiegs und der daraus resultierenden Wertminderungen im europäischen Immobilienmarkt.
1. Finanzielle Eckdaten
Nettofondsvermögen: 76,73 Mio. EUR (–3,3 % gegenüber dem Vorjahr)
Immobilienvermögen: 93,99 Mio. EUR
Liquiditätsquote: 11,05 %
Fremdkapitalquote (LTV): 32,16 % (leicht über der Sollgrenze von 30 %)
Vermietungsquote: 98,64 %
Gesamtkostenquote (TER): 0,88 %
BVI-Rendite 2024/25: –0,49 %
Rendite seit Fondsauflage (2021): –13,2 % bzw. –3,48 % p. a.
Damit bleibt der Fonds weiterhin im negativen Bereich, wenn auch die Verluste deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr (–12,86 % p.a.).
2. Portfolioanalyse
Anzahl der Objekte: 4 (davon 3 direkt in Deutschland, 1 in Belgien)
Regionale Allokation:
Deutschland: 76,8 %
Belgien: 23,2 %
Sektorale Struktur:
Büro: 85,9 %
Wohnen: 14,1 %
Die starke Fokussierung auf Büroimmobilien birgt Risiken, da dieser Sektor in vielen europäischen Märkten mit steigenden Leerständen und sinkenden Mieten konfrontiert ist. Positiv zu bewerten ist die langfristige Mietvertragsstruktur: Rund 75 % der Mietverträge haben Laufzeiten von mehr als sieben Jahren.
3. Performance und Markteinfluss
Die negative Fondsentwicklung beruht hauptsächlich auf Abwertungen der Immobilien infolge gestiegener Renditeanforderungen durch das höhere Zinsniveau. Die Bewertung der Immobilien erfolgt nach den gesetzlichen Vorgaben anhand externer Verkehrswertgutachten.
Im Jahresverlauf 2025 zeigen sich erste Stabilisierungstendenzen, da Marktbeobachter mit Zinssenkungen rechnen. Dies könnte zu einer leichten Erholung der Immobilienwerte führen.
4. Erträge und Ausschüttung
Gesamterträge: 3,19 Mio. EUR
Ordentlicher Nettoertrag: 1,46 Mio. EUR
Ausschüttung je Anteil: 2,28 EUR (unverändert gegenüber dem Vorjahr)
Die Erträge stammen überwiegend aus Mieten und Zinsen. Trotz der negativen Bewertungsergebnisse hält die Gesellschaft an einer stabilen Ausschüttungspolitik fest – ein positives Signal für Anleger, die auf regelmäßige Erträge Wert legen.
5. Risikoanalyse
Marktrisiko: hoch (Bewertungsrisiken, Zinsänderungen, schwacher Büromarkt)
Liquiditätsrisiko: gering (ausreichende Liquiditätsreserve)
Wechselkursrisiko: entfällt (Investitionen ausschließlich in EUR)
Adressenausfallrisiko: moderat (diversifizierte Mieterstruktur)
Fremdfinanzierungsrisiko: leicht erhöht, aber beherrschbar
6. Bewertung aus Anlegersicht
Kriterium Bewertung Kommentar
Stabilität / Vermietung gut Sehr hohe Vermietungsquote, stabile Einnahmenbasis
Renditeentwicklung schwach Negative Wertentwicklung, aber Rückgang der Verluste
Risikomanagement solide Professionelle Prozesse, kein Derivateinsatz
Transparenz & Kosten sehr gut Vollständige Offenlegung, moderate Kostenstruktur
Zukunftsaussicht verhalten positiv Mögliche Stabilisierung bei sinkenden Zinsen
Fazit
Der PATRIZIA ImmoWert II befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Nach deutlichen Wertverlusten in den Vorjahren zeigt sich 2025 eine klare Abschwächung der Abwärtsbewegung. Operativ überzeugt der Fonds durch hohe Vermietungsquoten, solide Liquidität und stabile Ausschüttungen.
Für langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf Sachwerte und moderatem Risiko bietet der Fonds eine defensive Beimischung, jedoch ohne kurzfristiges Renditepotenzial. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Erholung des europäischen Büromarkts und der Zinsentwicklung ab.