Während Künstliche Intelligenz (KI) in vielen Branchen längst den Arbeitsalltag verändert, geht der digitale Vormarsch am deutschen Handwerk bisher weitgehend vorbei. Nach einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom nutzen gerade einmal vier Prozent der Handwerksbetriebe entsprechende Anwendungen. Dabei sehen viele durchaus Potenzial: 35 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass KI künftig spürbare Wettbewerbsvorteile bringen könnte – etwa bei der Bearbeitung von Kundenanfragen, der Terminplanung oder der Schulung an komplexen Maschinen.
Doch die Realität sieht bislang anders aus: Statt KI oder digitaler Services setzen viele Betriebe weiterhin auf altbewährte, analoge Kommunikationsmittel. So zeigt die Umfrage auch, dass noch immer jeder vierte Handwerksbetrieb auf das Faxgerät angewiesen ist. Online-Termine, die in anderen Branchen längst Standard sind, bietet aktuell nicht einmal die Hälfte der Handwerker an. Häufig genannte Gründe: Bedenken bei IT-Sicherheit und Datenschutz.
Damit offenbart sich ein paradoxes Bild: Das Handwerk erkennt die Chancen neuer Technologien, bleibt in der Praxis jedoch an alten Strukturen hängen. Branchenexperten mahnen: Wer die Digitalisierung nicht aktiv angeht, riskiert langfristig den Anschluss – sowohl im Wettbewerb um Kunden als auch im Kampf um Fachkräfte.