Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) spricht sich für eine grundlegende Reform der Erbschaftssteuer in Deutschland aus. In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ kritisierte der SPD-Politiker das bestehende System als sozial unausgewogen und ineffizient.
Steinbrück zufolge werden jährlich rund 400 Milliarden Euro in Deutschland vererbt – das Steueraufkommen daraus belaufe sich jedoch auf lediglich neun Milliarden Euro. „Das entspricht gut zwei Prozent – und ist angesichts der wachsenden Vermögensungleichheit nicht vertretbar“, so der frühere Finanzminister.
Freibeträge und Stundungen im Fokus
Steinbrück fordert deshalb eine Anhebung der Erbschaftssteuer, kombiniert mit höheren Freibeträgen für Erben mit geringen oder mittleren Vermögen, um eine gezielte Entlastung der breiten Bevölkerung zu gewährleisten. Gleichzeitig plädiert er für faire Übergangsregelungen, insbesondere bei der Vererbung von Betriebsvermögen: Unternehmen sollten durch Stundungsregelungen nicht in ihrer Existenz gefährdet werden.
Die Debatte über eine gerechtere Besteuerung von Erbschaften wird innerhalb der SPD und darüber hinaus seit Jahren geführt – insbesondere mit Blick auf die Finanzierung öffentlicher Investitionen und die wachsende Vermögenskonzentration in Deutschland. Steinbrücks Vorstoß dürfte dieser Diskussion neuen Auftrieb verleihen.