Ein als Fan-Aktion geplanter Fahrradkorso von Anhängern des SV Werder Bremen ist am Samstagmittag vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen außer Kontrolle geraten. Die Polizei berichtet von mehreren Zwischenfällen, darunter ein Angriff auf einen Straßenbahnfahrer und Widerstand gegen Polizeikräfte.
Der Korso mit Hunderten Teilnehmenden bewegte sich zunächst in Richtung Weserstadion, doch schon am Stern durchbrachen einzelne Personen eine Polizeiabsperrung. In einem Tunnelbereich am Hauptbahnhof kam es zur nächsten Eskalation: Dort versuchten mehrere Beteiligte, eine Polizeikette zu durchbrechen, woraufhin die Beamten nach eigenen Angaben Zwangsmaßnahmen einsetzen mussten.
Unfall und tätlicher Angriff auf Straßenbahnfahrer
Nachdem sich Teile des Korsos nicht an die zuvor vereinbarte Route hielten, kam es an einer Kreuzung zu einem leichten Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einer Straßenbahn. Nach dem Vorfall schlug der Radfahrer gegen die Scheibe der Bahn, woraufhin der Fahrer ausstieg – offenbar, um den Vorfall zu klären. Doch dann eskalierte die Situation: Mehrere Personen griffen den Straßenbahnfahrer körperlich an.
Nur durch den Einsatz von Schlagstöcken und körperlicher Gewalt konnten ihn herbeigeeilte Polizeikräfte aus der Menschenmenge befreien. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen.
Polizeibeamte beleidigt – Ermittlungen laufen
Zusätzlich kam es laut Polizei zu Beleidigungen gegen bayerische Einsatzkräfte, die zur Unterstützung nach Bremen entsandt worden waren. Hier soll es sich um Angehörige der Ultra-Szene gehandelt haben. Die Ermittlungen laufen – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.
Die Bremer Polizei kündigte an, den gesamten Ablauf des Fahrradkorsos auszuwerten und Konsequenzen für künftige Fanaktionen zu prüfen. Ein Sprecher betonte, man unterstütze kreative Fankultur, „aber nicht auf Kosten der Sicherheit und Unversehrtheit anderer“.