Die Zahl der Diebstähle auf Hamburger Baustellen steigt alarmierend – das belegt eine aktuelle Umfrage des Sicherheitsdienstleisters Bauwatch. Immer mehr Bauunternehmen berichten von gezielten kriminellen Angriffen, professionell agierenden Banden und neuartigen Methoden der Ausspähung, etwa durch den Einsatz von Drohnen.
Die kleinen, nahezu geräuschlosen Fluggeräte ermöglichen es Dieben, selbst gut gesicherte Baustellenareale im Vorfeld unauffällig zu erkunden – insbesondere solche, die von außen nicht einsehbar sind. Laut Umfrage gaben rund zwei Drittel der befragten Unternehmen an, bereits von Diebstählen betroffen gewesen zu sein. Etwa ein Drittel sieht gezielt organisierte Gruppen am Werk, während über die Hälfte über daraus resultierende Bauverzögerungen klagt.
Kabel und Maschinen als begehrtes Ziel
Besonders im Visier der Täter: schwere Stromkabel und Baumaschinen. Kupferkabel – aufgrund der hohen Rohstoffpreise derzeit besonders lukrativ – lassen sich schnell zu Geld machen. Dabei sind die Schäden oft weit größer als der reine Materialwert: Wird etwa ein Baukran lahmgelegt, kann der Stillstand ganze Bauabschnitte verzögern und immense Folgekosten verursachen.
GPS-Tracker gegen Maschinen-Diebstahl
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung rüsten immer mehr Baufirmen auf. Vor allem mobile Geräte wie Minibagger, Lader oder Stromaggregate werden zunehmend mit GPS-Trackern ausgestattet, um Diebstähle schneller aufklären zu können.
Ermittlungen nach Diebstählen im Norden
Auch in der Region gab es jüngst aufsehenerregende Fälle: Auf einer Baustelle bei Dömitz verursachten unbekannte Täter mit dem Diebstahl mehrerer Geräte einen Schaden von rund 25.000 Euro. In einem anderen Fall wurden zwei mutmaßliche Täter in Wischhafen festgenommen, nachdem sie einen gestohlenen Bagger online zum Verkauf angeboten hatten – die Polizei konnte sie bei der Übergabe stellen.
Die Hamburger Polizei zeigt sich alarmiert und kündigte verstärkte Kontrollmaßnahmen auf Baustellen und in angrenzenden Gewerbegebieten an. Dennoch bleibt die Lage angespannt – viele Unternehmen fordern zusätzlich politische Unterstützung und schnellere Ermittlungsverfahren.