Dark Mode Light Mode

Flüchtlinge von 2015: Deutliche Mehrheit inzwischen berufstätig

This_is_Engineering (CC0), Pixabay

Zehn Jahre nach der großen Fluchtbewegung im Jahr 2015 zeigt sich: Ein Großteil der damals nach Deutschland gekommenen Menschen ist inzwischen fest im Arbeitsmarkt integriert. Das geht aus neuen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Beschäftigungsquote bei 64 Prozent – 70 Prozent mit Selbständigen

Laut IAB sind derzeit 64 Prozent der 2015 Zugezogenen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zählt man auch Selbständige und kleinere Formen der Erwerbstätigkeit hinzu, ergibt sich sogar eine Erwerbstätigenquote von 70 Prozent. Damit habe sich die anfänglich schleppende Integration in den Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren deutlich beschleunigt, so die Forscher.

Unterschiede nach Geschlecht und Herkunft

Besonders hoch ist die Beschäftigungsquote bei Männern. Der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sprach am Morgen in MDR AKTUELL von 86 Prozent der männlichen Flüchtlinge, die inzwischen einer Arbeit nachgehen. Bei Frauen sei der Anteil niedriger – unter anderem wegen längerer Familienzeiten und geringerer Teilnahme an Vollzeit-Programmen zur Arbeitsmarktintegration.

Einordnung und Herausforderungen

Arbeitsmarktexperten bewerten die Entwicklung insgesamt positiv, verweisen aber auch auf Herausforderungen. Viele der Beschäftigten arbeiten in Branchen wie Logistik, Gastronomie, Bau oder Pflege, wo der Bedarf an Arbeitskräften besonders groß ist. Allerdings liegen die Löhne dort oft unter dem Durchschnitt. Zudem sei ein Teil der Geflüchteten weiterhin auf Sprach- und Weiterbildungsangebote angewiesen, um den Weg in besser qualifizierte Tätigkeiten zu schaffen.

Politische Debatte

Die Zahlen dürften auch die politische Diskussion über die Zuwanderung beeinflussen. Während Kritiker 2015 vor einer dauerhaften Belastung des Arbeitsmarktes gewarnt hatten, zeigen die aktuellen Daten, dass viele Geflüchtete heute zum Fachkräftepotenzial in Deutschland beitragen. Dennoch betonen Ökonomen, dass eine dauerhafte Integration nur gelingt, wenn Sprachförderung, Anerkennung von Abschlüssen und Qualifizierungsprogramme weiter ausgebaut werden.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Podcasts immer beliebter – Fast die Hälfte der Deutschen hört regelmäßig zu

Next Post

Somalia: Dramatischer Anstieg von Diphtherie-Erkrankungen