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Ätna auf Sizilien erneut ausgebrochen – höchste Warnstufe für Flugverkehr

hhach (CC0), Pixabay

Der Ätna, Europas größter und aktivster Vulkan, hat auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien erneut seine Aktivität verstärkt. Nach Angaben des Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) kam es am Abend zu einer Eruption, bei der große Mengen Asche und vulkanisches Material ausgestoßen wurden.

Auswirkungen auf den Flugverkehr

Die Behörden riefen für den Luftverkehr die höchste Warnstufe aus. Diese dient vor allem dazu, internationale Fluggesellschaften und Piloten frühzeitig auf mögliche Risiken hinzuweisen. Denn Aschewolken in großen Höhen können Triebwerke beschädigen und Flugrouten gefährlich machen.

Trotz der Warnstufe blieb der internationale Flughafen von Catania zunächst geöffnet. Die Betreiber erklärten jedoch, dass Starts und Landungen jederzeit eingeschränkt oder ganz gestoppt werden könnten, sollte die Aschewolke dichter werden oder sich stärker in Richtung Küste ausbreiten. Reisende wurden aufgefordert, sich vorab bei ihren Airlines über den aktuellen Stand zu informieren.

Regelmäßige Aktivität

Mit einer Höhe von mehr als 3.300 Metern ist der Ätna der größte aktive Vulkan Europas und zählt zu den am besten überwachten Vulkanen der Welt. Er bricht regelmäßig aus – teils nur mit kleineren Lavaströmen, teils mit spektakulären Aschesäulen, die mehrere Kilometer in den Himmel aufsteigen.

Die Anwohner rund um den Vulkan sind diese Aktivität gewohnt. In Ortschaften wie Zafferana Etnea oder Nicolosi kommt es nach Eruptionen immer wieder zu Ascheregen, der Straßen und Dächer bedeckt. Meist bleibt es jedoch bei Einschränkungen des Alltagslebens, da das INGV den Vulkan rund um die Uhr überwacht und frühzeitig vor größeren Gefahren warnen kann.

Historische Ausbrüche

Der Ätna ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort. Schon in der Antike berichteten griechische Schriftsteller von seinen Ausbrüchen. Einer der schwersten dokumentierten Ausbrüche ereignete sich 1669, als gewaltige Lavamassen weite Teile der Umgebung verwüsteten und die Stadt Catania schwer beschädigten. Auch im 20. Jahrhundert kam es zu mehreren größeren Eruptionen, zuletzt 1992, als die Lava nur durch den Bau von Sperranlagen von den bewohnten Gebieten ferngehalten werden konnte.

Bedeutung für die Region

Trotz der Risiken gilt der Ätna als Wahrzeichen Siziliens und ist eine große Touristenattraktion. Wanderer, Vulkanforscher und Urlauber zieht es jedes Jahr auf seine Hänge. Seit 2013 gehört er sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe. Für die Einheimischen bedeutet er zugleich Gefahr und Lebensgrundlage: Der fruchtbare Vulkanboden macht die Region zu einem bedeutenden Anbaugebiet für Wein, Oliven und Zitrusfrüchte.

Aktuelle Einschätzung

Wie lange die aktuelle Eruption anhält, ist derzeit noch unklar. Vulkanologen beobachten die Entwicklung genau und weisen darauf hin, dass der Ätna zwar regelmäßig aktiv sei, aber nur in seltenen Fällen eine direkte Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. Gleichwohl könnte es in den kommenden Tagen zu weiteren Ascheausstößen und kleineren Lavaströmen kommen.

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