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EU leitet Untersuchung gegen Pornhub & Co. wegen mangelndem Schutz von Minderjährigen ein

CatsWithGlasses (CC0), Pixabay

Am 27. Mai 2025 hat die Europäische Kommission formelle Untersuchungen gegen vier große pornografische Plattformen eingeleitet: Pornhub, XVideos, Stripchat und XNXX. Der Vorwurf lautet, dass diese Plattformen gegen die Vorschriften des Digital Services Act (DSA) verstoßen, insbesondere in Bezug auf den Schutz von Minderjährigen.

Hintergrund der Untersuchung

Die betroffenen Plattformen wurden als „sehr große Online-Plattformen“ (Very Large Online Platforms, VLOPs) eingestuft, da sie mehr als 45 Millionen monatlich aktive Nutzer in der EU verzeichnen. Diese Einstufung verpflichtet sie zu besonders strengen Auflagen im Rahmen des DSA. Allerdings wurde Stripchat auf eigenen Antrag hin von dieser Einstufung entbunden, da die durchschnittliche monatliche Nutzerzahl unter dem Schwellenwert liegt. Dennoch bleibt Stripchat weiterhin den allgemeinen Verpflichtungen des DSA unterworfen.

Vorwürfe der Kommission

Die Europäische Kommission wirft den Plattformen vor, keine angemessenen und verhältnismäßigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um ein hohes Maß an Datenschutz, Sicherheit und Schutz für Minderjährige zu gewährleisten. Insbesondere mangelt es an effektiven Altersverifikationssystemen, um den Zugang von Minderjährigen zu pornografischen Inhalten zu verhindern. Zudem fehlen Risikobewertungen und Maßnahmen zur Minderung negativer Auswirkungen auf die Rechte von Kindern sowie auf das mentale und physische Wohlbefinden der Nutzer.

Mögliche Konsequenzen

Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, drohen den betroffenen Unternehmen Geldbußen von bis zu 6 % ihres weltweiten Jahresumsatzes. Bei schwerwiegenden und wiederholten Verstößen könnten die Plattformen sogar vom Betrieb in der EU ausgeschlossen werden.

Die Muttergesellschaft von Pornhub, Aylo, hat erklärt, dass sie sich der Untersuchung bewusst ist und sich verpflichtet fühlt, die Online-Sicherheit von Minderjährigen zu gewährleisten. Aylo befürwortet Altersverifikationen auf Geräteebene anstelle von Website-basierten Lösungen.

Weitere Maßnahmen der EU

Parallel zu den Untersuchungen gegen die großen Plattformen haben die Mitgliedstaaten der EU koordinierte Maßnahmen gegen kleinere pornografische Plattformen eingeleitet, um den Schutz von Minderjährigen im gesamten digitalen Raum der EU zu stärken. Diese Maßnahmen werden durch die nationalen Digital Services Coordinators überwacht.

Zudem arbeitet die EU an der Entwicklung einer eigenen Altersverifikations-App, die bis zum Sommer 2025 verfügbar sein soll. Diese App soll es ermöglichen, das Alter der Nutzer zu überprüfen, ohne weitere persönliche Informationen preiszugeben.

Die Untersuchungen der Kommission sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung des Schutzes von Kindern im digitalen Raum und zur Durchsetzung der Vorschriften des Digital Services Act.

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