Der ADAC macht Druck auf die Bundesregierung: Der Automobilclub fordert ein gesetzliches Verbot des sogenannten Punktehandels im Fahreignungsregister in Flensburg. Wie der Verband mitteilt, nutzen gewerbliche Anbieter aktuell eine Gesetzeslücke, um gegen Bezahlung die Punkte von Verkehrssündern zu übernehmen – ein fragwürdiges Geschäftsmodell, das laut ADAC dringend unterbunden werden müsse.
Beim Punktehandel lassen sich Personen gegen Geld freiwillig als vermeintliche Fahrer eintragen, wenn andere Verkehrsteilnehmer etwa wegen Geschwindigkeitsverstößen oder Rotlichtvergehen Punkte erhalten würden. Solange die Tat nicht eindeutig zugeordnet werden kann, ist dies rechtlich derzeit möglich.
Der ADAC sieht hierin einen Missbrauch des Systems zur Verkehrssicherheit: „Das Punkte-System dient dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer – wer es manipuliert, gefährdet diesen Zweck“, so ein Sprecher. Die Organisation fordert deshalb von der neuen Bundesregierung einen Gesetzentwurf, der diese Lücke schließt und den Punktehandel unter Strafe stellt.
Ob und wann eine entsprechende Regelung kommt, ist derzeit noch unklar. Klar ist jedoch: Der ADAC will den politischen Druck aufrechterhalten – im Sinne der Verkehrssicherheit und der Glaubwürdigkeit des Flensburger Registers.