Mit großen Versprechungen gestartet, nun im Kreuzfeuer der Kritik: Der sogenannte „Mariana Cannabis Club“ – der sich selbst als „größte Cannabis-Community Deutschlands“ bezeichnet – sorgt derzeit für erheblichen Unmut unter seinen Mitgliedern. Rund 18.000 Menschen haben sich dem Netzwerk bereits angeschlossen, viele von ihnen haben Mitgliedsbeiträge und Investitionsgelder in Millionenhöhe eingebracht – doch bislang gibt es kein einziges Gramm legal abgegebenes Cannabis.
Große Ankündigungen, keine Ernte
Bereits im März 2024 kündigte Mariana an, 180 Ortsvereine gründen zu wollen, verbunden mit dem Versprechen: „Bei uns gibt es bald Cannabis – legal und gemeinschaftlich.“ Doch knapp ein Jahr später ist die Geduld der Mitglieder aufgebraucht. Während andere Cannabis Social Clubs (CSCs) sich bereits im Aufbau befinden oder bald mit der ersten Ernte rechnen, wartet die Mariana-Community weiterhin auf konkrete Ergebnisse.
Das Problem liegt unter anderem in der schieren Größe und Komplexität der Vereinsstruktur: Mariana ist nicht ein Club, sondern ein bundesweites Netzwerk von Untervereinen, das zentral koordiniert wird. Die Organisation des Anbaus, die Grundstückssuche, Genehmigungsverfahren und die Schulung von Personal – all das verzögert sich. Mitglieder berichten von fehlender Transparenz, mangelhafter Kommunikation und dem Gefühl, hingehalten zu werden.
Gesetzgeber wollte das Gegenteil
Dabei war das im April 2024 in Kraft getretene Cannabis-Gesetz (CanG) ausdrücklich auf kleine, nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen ausgerichtet. Die Clubs sollen maximal 500 Mitglieder haben, lokal verankert und nicht gewinnorientiert sein. Ziel war eine kontrollierte Legalisierung, fernab von großen Kapitalinteressen.
Das Modell von Mariana – mit zentralem Management, überregionaler Vermarktung und großflächigem Aufbau – widerspricht genau diesem Grundgedanken. Kritiker sprechen von einer „Kommerzialisierung durch die Hintertür“. Ob die Struktur des Mariana-Netzwerks tatsächlich mit dem CanG vereinbar ist, ist rechtlich nicht abschließend geklärt.
Mitglieder fordern Aufklärung – und Cannabis
Viele Mitglieder fühlen sich getäuscht. Sie berichten von jahrelangen Versprechungen, undurchsichtigen Beitragsmodellen und der Unklarheit, wann und wie sie tatsächlich Cannabis erhalten sollen. In Online-Foren und sozialen Medien häufen sich mittlerweile Beschwerden, einige ziehen sogar Rückforderungen oder rechtliche Schritte in Betracht.
Der Verein selbst gibt sich betont zuversichtlich: Man befinde sich in der „Aufbauphase“, habe Anbauflächen bereits gesichert und werde „bald mit der Bepflanzung beginnen“. Auch Schulungen und Vereinsstrukturen seien im Gange. Auf die Frage, wann die erste Abgabe tatsächlich stattfinden könne, bleibt Mariana jedoch vage.
Verbraucherschützer warnen
Juristen und Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht: Wer in einen Cannabis-Club eintritt, sollte genau prüfen, ob dieser den gesetzlichen Rahmenbedingungen entspricht, insbesondere bei Mitgliedszahlen, Transparenz und Gemeinnützigkeit. Clubs, die zu stark auf wirtschaftliche Skalierung setzen, könnten künftig von den Behörden gestoppt oder nachträglich verboten werden.
Fazit
Der Fall Mariana zeigt exemplarisch, welche Herausforderungen und Risiken mit der neuen Legalisierungspraxis verbunden sind. Während viele Cannabis-Clubs vorsichtig und lokal starten, will Mariana offenbar einen großen Wurf – doch bislang fehlt der Ertrag. Die Mitglieder haben bereits gezahlt – nun erwarten sie endlich auch das Produkt. Ob der Club seinen Ansprüchen gerecht wird oder zum Symbol einer gescheiterten Kommerzialisierung wird, bleibt abzuwarten.
Hallo, man kann sich da ja nicht mal mehr anmelden. Angeblich eine neue Plattform. Ich hoffe ja das mein Geld was ich bis jetzt schon Einbezahlt habe nicht alles weg ist.