Im Umfeld der Insolvenz des Motorradherstellers KTM bahnt sich ein handfester Konflikt zwischen dem langjährigen Unternehmenschef Stefan Pierer und Remus-Chef Stephan Zöchling an. Zöchling, seit kurzem Aufsichtsratsvorsitzender der KTM-Muttergesellschaft Pierer Mobility, soll nicht nur als möglicher Investor im Gespräch sein – sondern auch Gläubiger.
Laut Medienberichten hatte Pierer im Vorfeld Aktien an Zöchlings Dabepo Holding verpfändet, um ein kurzfristiges Liquiditätsproblem zu lösen. Im Gegenzug stellte Zöchling demnach bis zu 65 Millionen Euro (teilweise ist von bis zu 78 Millionen die Rede) zur Verfügung. Die Rückzahlung sei bis zum 19. April vereinbart gewesen – blieb jedoch aus.
Berichten zufolge versucht Zöchling nun, die verpfändeten Aktien zu verwerten, etwa durch Angebote an Banken oder Dritte. Ziel der ursprünglich aufgenommenen Mittel sei gewesen, eine konzerninterne Transaktion rückabzuwickeln: Die KTM AG hatte 49 % der Pierer Immoreal GmbH zurückgegeben und im Gegenzug 35 Mio. Euro zur Finanzierung des Sanierungsverfahrens erhalten.
Ein Sprecher Pierers wies gegenüber der APA die Darstellung zurück: Es liege aktuell keine fällige Forderung gegen die Pierer-Gruppe vor, noch sei eine Verwertung von Sicherheiten zulässig. Man behalte sich rechtliche Schritte gegen etwaige Versuche vor.