Mit schwerem Gerät statt Sprengstoff: Kriminelle haben bei einem spektakulären Angriff auf einen Geldautomaten einen Gabelstapler eingesetzt, um den Automaten gewaltsam aus seiner Verankerung zu reißen.
Die Täter gingen dabei offenbar mit erheblicher Gewalt vor. Statt den Geldautomaten an Ort und Stelle aufzubrechen oder zu sprengen, sollte das komplette Gerät aus dem Gebäude beziehungsweise seiner Wandverankerung herausgerissen und anschließend abtransportiert werden.
Gabelstapler wird zum Einbruchswerkzeug
Bei dieser Vorgehensweise nutzen Täter die enorme Kraft eines Gabelstaplers, um einen fest eingebauten Geldautomaten aus seiner Befestigung zu lösen. Dabei können Fassaden, Wände und Teile des Gebäudes erheblich beschädigt werden.
Nach dem Herausbrechen muss der schwere Automat anschließend auf ein geeignetes Fluchtfahrzeug verladen oder anderweitig vom Tatort weggeschafft werden.
Der Vorteil aus Sicht der Täter: Sie müssen den Tresorbereich des Automaten nicht unbedingt unmittelbar am Tatort öffnen. Das eigentliche Aufbrechen kann später an einem anderen Ort versucht werden.
Hoher Sachschaden möglich
Selbst wenn sich im Geldautomaten vergleichsweise wenig Bargeld befindet oder die Täter letztlich nicht an das Geld gelangen, kann eine solche Tat einen enormen Schaden verursachen.
Neben dem zerstörten Automaten können insbesondere Fassade, Mauerwerk, Türen, Fenster und technische Einrichtungen betroffen sein. Hinzu kommen mögliche Schäden an dem für die Tat eingesetzten beziehungsweise zuvor entwendeten Fahrzeug.
Für die Ermittler sind deshalb nicht nur die Höhe einer möglichen Beute, sondern auch der entstandene Sachschaden und die Herkunft des verwendeten Gabelstaplers von Bedeutung.
Ermittler suchen nach Spuren der Täter
Nach einem solchen Angriff beginnt für die Polizei die aufwendige Spurensicherung. Neben Fingerabdrücken und DNA-Spuren können insbesondere Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Spuren an Fahrzeugen und am herausgerissenen Geldautomaten Hinweise liefern.
Auch der Fluchtweg der Täter ist für die Ermittlungen wichtig. Wegen der Größe und des Gewichts eines Geldautomaten lässt sich dieser nicht unauffällig mit einem gewöhnlichen Pkw abtransportieren.
Ob die Täter tatsächlich Bargeld erbeuten konnten und wie hoch der entstandene Schaden ist, lässt sich anhand der bislang vorliegenden Informationen nicht feststellen.
Ebenso fehlen derzeit Angaben zum genauen Tatort, zum Zeitpunkt der Tat, zur Zahl der Täter und dazu, ob bereits Verdächtige ermittelt werden konnten.