In Hannover droht mehreren Clubbetreibern nach mutmaßlichen Verstößen gegen das gesetzliche Tanzverbot an Karfreitag nun ein Nachspiel. Die Polizei stellte in zwölf Betrieben rund um das Steintor fest, dass nicht nur Getränke ausgeschenkt wurden, sondern auch laute Musik zum Tanzen anregte – und das an einem stillen Feiertag, an dem genau das in Niedersachsen verboten ist.
Was ist eigentlich verboten?
Das niedersächsische Feiertagsgesetz schreibt für Karfreitag eine besondere Zurückhaltung vor: Keine laute Musik, kein Tanz – kurzum, keine Party. Der Tag gilt als „stiller Feiertag“, dem ein besonderer Schutz zukommen soll. Für Clubs und Veranstalter heißt das konkret: Zwar dürfen sie geöffnet haben, aber ausgelassenes Feiern mit Musik und Tanz ist tabu.
Was wurde kontrolliert?
Die Polizei Hannover kontrollierte am Karfreitagabend und am darauffolgenden Samstag gezielt Clubs am Steintor. In zwölf Fällen wurde laute Musik festgestellt, die offensichtlich auch zum Tanzen einlud. Die meisten Betreiber reagierten laut Polizei kooperativ, schalteten die Musik ab und ließen den Betrieb als Bar weiterlaufen. Dennoch wurden die Verstöße dokumentiert und an die Stadt weitergegeben.
Was droht den Betreibern?
Das Ordnungsdezernat der Stadt Hannover prüft nun, ob die festgestellten Verstöße als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Laut Stadtsprecher Dennis Dix geht es dabei auch um Hinweise auf mögliche Veranstaltungswerbung in sozialen Medien, etwa für Partys am Raschplatz. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnten Bußgelder folgen – über deren Höhe wird im Einzelfall entschieden.
Und jetzt?
Die Stadt Hannover will nun Zeugen befragen und die Umstände genauer untersuchen. Klar ist: Wer am Karfreitag gegen das Feiertagsgesetz verstößt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Auch wenn die Musik aus war – ganz still ist es in Hannovers Clubszene aktuell ganz bestimmt nicht.