Der Jahresbericht des Fonds easyfolio 30 zeigt aus Anlegersicht ein insgesamt solides Geschäftsjahr 2025/2026. Der Fonds verfolgt eine konservative Vermögensallokation mit rund 30 % Aktien und 70 % Anleihen und richtet sich damit vor allem an sicherheitsorientierte Anleger, die Wertschwankungen begrenzen möchten.
Positiv hervorzuheben
Solide Wertentwicklung trotz defensiver Ausrichtung
Die institutionelle Anteilklasse (I) erzielte im Berichtsjahr eine Rendite von +4,15 %, die Retail-Anteilklasse (R) +3,26 %. Angesichts der hohen Anleihenquote und eines weiterhin von geopolitischen Risiken sowie Zinsschwankungen geprägten Umfelds ist dies ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Stetiger Vermögensaufbau
Das Fondsvermögen stieg von rund 10,0 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR. Der Anstieg resultierte sowohl aus der positiven Wertentwicklung als auch aus leichten Nettozuflüssen neuer Anlegergelder. Dies spricht für ein stabiles Anlegervertrauen.
Breite Diversifikation
Das Portfolio ist über zahlreiche ETFs weltweit gestreut. Die Aktienseite umfasst unter anderem:
USA (S&P 500, Nasdaq 100)
Europa (Stoxx Europe 600)
Schwellenländer
Indien
Japan
Kanada
Der Anleihebereich ist ebenfalls breit diversifiziert und beinhaltet Staats- sowie Unternehmensanleihen unterschiedlicher Regionen. Dadurch wird das Einzelwertrisiko erheblich reduziert.
Konservative Risikostruktur
Der Fonds setzt ausschließlich auf ETFs und verzichtet vollständig auf Derivate. Die Value-at-Risk-Auslastung lag deutlich unter den zulässigen Grenzen. Dies bestätigt den defensiven Charakter des Produkts.
Kritische Punkte
Kostenquote relativ hoch
Der größte Kritikpunkt aus Anlegersicht bleibt die Kostenstruktur:
Anteilklasse I: 1,00 % Gesamtkostenquote
Anteilklasse R: 1,85 % Gesamtkostenquote
Für einen ETF-Dachfonds erscheinen diese Kosten vergleichsweise hoch. Viele vergleichbare Mischfonds oder ETF-Portfolios bewegen sich heute deutlich darunter. Besonders die Vertriebsvergütungen belasten die Nettorendite der Anleger.
Begrenztes Renditepotenzial
Durch die strategische Aufteilung von 30 % Aktien und 70 % Anleihen ist das Risiko zwar reduziert, gleichzeitig wird jedoch das langfristige Renditepotenzial eingeschränkt. In starken Aktienmarktphasen dürfte der Fonds deutlich hinter offensiveren Mischfonds oder reinen Aktienstrategien zurückbleiben.
Kaum aktives Management erkennbar
Bemerkenswert ist, dass im gesamten Geschäftsjahr praktisch keine Verkäufe stattfanden und kein Veräußerungsergebnis erzielt wurde. Die Strategie wirkt daher weitgehend statisch und ähnelt eher einer Buy-and-Hold-Allokation. Anleger sollten sich fragen, ob die dafür verlangten Gebühren gerechtfertigt sind.
Portfoliostruktur zum Stichtag
Die größten Positionen waren:
UBS S&P 500 ETF (11,64 %)
iShares Core Global Aggregate Bond ETF (10,70 %)
Amundi Core Euro Corporate Bond ETF (10,60 %)
iShares Euro Ultrashort Bond ETF (10,26 %)
iShares Euro Floating Rate Bond ETF (10,25 %)
Damit dominieren weiterhin Anleiheinvestments, was dem konservativen Anlagekonzept entspricht.
Fazit für Anleger
easyfolio 30 erfüllt seine Rolle als defensiver Vermögensverwaltungsfonds überzeugend. Die Kombination aus breiter globaler Diversifikation, geringem Risikoprofil und stabiler Wertentwicklung macht den Fonds insbesondere für risikoaverse Anleger interessant.
Gleichzeitig fällt auf, dass die Kosten im Verhältnis zur vergleichsweise einfachen ETF-Strategie hoch sind. Für langfristig orientierte Anleger könnte daher die Frage entstehen, ob ein selbst zusammengestelltes ETF-Portfolio mit ähnlicher Allokation nicht kostengünstiger realisierbar wäre.