Das Datenvolumen ist schon Mitte des Monats aufgebraucht – oder am Monatsende sind regelmäßig noch viele Gigabyte übrig. Beides kann ein Hinweis darauf sein, dass der eigene Handytarif nicht mehr zum tatsächlichen Nutzungsverhalten passt. Wer seinen Mobilfunkvertrag regelmäßig überprüft, kann unnötige Zusatzkosten vermeiden und möglicherweise jeden Monat Geld sparen.
Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel Datenvolumen zu buchen. Der Tarif sollte vielmehr zu dem passen, was tatsächlich verbraucht wird.
Erst den tatsächlichen Datenverbrauch prüfen
Vor einem Tarifwechsel lohnt sich ein Blick auf den Datenverbrauch der vergangenen Monate. Dieser lässt sich meist über die App oder das Kundenportal des Mobilfunkanbieters sowie teilweise direkt über das Smartphone nachvollziehen.
Wer beispielsweise jeden Monat nur einen kleinen Teil seines gebuchten Datenvolumens verbraucht, bezahlt möglicherweise dauerhaft für eine Leistung, die er gar nicht benötigt.
Umgekehrt kann ein zu knapp bemessener Tarif teuer oder zumindest lästig werden, wenn regelmäßig zusätzliches Datenvolumen nachgebucht werden muss oder die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Inklusivvolumens stark reduziert wird.
Vorsicht vor automatischer Daten-Nachbuchung
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Tarife, bei denen nach Verbrauch des vereinbarten Datenvolumens automatisch weitere Datenpakete kostenpflichtig hinzugebucht werden.
Eine solche Datenautomatik kann dazu führen, dass die monatliche Rechnung höher ausfällt als der zunächst beworbene Grundpreis.
Vor Vertragsabschluss sollte deshalb geprüft werden, was nach Verbrauch des Datenvolumens tatsächlich passiert: Wird lediglich die Geschwindigkeit reduziert, kann kostenlos weitergesurft werden oder werden automatisch kostenpflichtige Zusatzpakete aktiviert?
Auch bei bestehenden Verträgen lohnt sich ein Blick in die Tarifbedingungen.
Nicht allein vom günstigen Monatspreis locken lassen
Ein niedriger Grundpreis sagt noch wenig darüber aus, ob ein Mobilfunktarif tatsächlich günstig ist.
Neben dem monatlichen Entgelt sollten insbesondere Anschlussgebühren, Laufzeit, Datenvolumen, Geschwindigkeit und mögliche Zusatzkosten berücksichtigt werden.
Auch zeitlich begrenzte Rabatte können den tatsächlichen Preis verschleiern. Ein Tarif kann beispielsweise in den ersten Monaten besonders günstig sein und anschließend deutlich mehr kosten.
Entscheidend ist deshalb, was über die gesamte Vertragsdauer tatsächlich bezahlt werden muss.
Smartphone im Vertrag kann den Vergleich erschweren
Wird zusammen mit dem Mobilfunkvertrag ein neues Smartphone angeboten, sollte besonders genau gerechnet werden.
Die monatliche Rate enthält dann häufig sowohl die Kosten für den Tarif als auch die Finanzierung beziehungsweise Subventionierung des Geräts. Dadurch lässt sich das Angebot schwieriger mit einem reinen SIM-Tarif vergleichen.
Verbraucher sollten deshalb möglichst getrennt berechnen, wie viel sie insgesamt für das Smartphone und wie viel für den eigentlichen Mobilfunktarif bezahlen.
Ein scheinbar günstiges Handy zum Vertrag muss über die gesamte Laufzeit betrachtet nicht automatisch das günstigste Angebot sein.
Vertragslaufzeit und Kündigungsbedingungen beachten
Vor einem Wechsel muss geklärt werden, wann der bestehende Vertrag beendet werden kann.
Bei vielen Verbraucherverträgen mit einer anfänglichen Mindestlaufzeit gilt: Wird der Vertrag nach Ablauf dieser Laufzeit automatisch auf unbestimmte Zeit verlängert, kann er anschließend grundsätzlich mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mobilfunkvertrag jederzeit mit Monatsfrist beendet werden kann. Während einer noch laufenden vereinbarten Mindestvertragsdauer bleibt der Kunde grundsätzlich an den Vertrag gebunden, sofern kein besonderes Kündigungsrecht besteht.
Ein Blick auf Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit und Kündigungsmöglichkeiten ist deshalb unerlässlich.
Rufnummer kann zum neuen Anbieter mitgenommen werden
Die eigene Handynummer muss bei einem Anbieterwechsel grundsätzlich nicht verloren gehen.
Verbraucher haben die Möglichkeit, ihre bisherige Rufnummer zu einem neuen Mobilfunkanbieter mitzunehmen. Wichtig ist, dass die bei altem und neuem Anbieter hinterlegten Kundendaten zusammenpassen.
Schon kleinere Abweichungen beim Namen, Geburtsdatum oder anderen Vertragsdaten können die Rufnummernmitnahme verzögern.
Deshalb sollten die persönlichen Angaben vor dem Wechsel kontrolliert werden.
Rufnummernmitnahme darf nichts kosten
Für die Mitnahme einer Mobilfunknummer dürfen Verbraucher grundsätzlich nicht mit einem zusätzlichen Entgelt belastet werden.
Der neue Anbieter übernimmt üblicherweise die technische Abwicklung der Portierung. Wann genau die Nummer übertragen wird, hängt unter anderem davon ab, ob sie bereits während eines laufenden Vertrages oder erst zum Vertragsende übertragen werden soll.
Wichtig: Die Mitnahme der Rufnummer und die Beendigung des bisherigen Vertrages sind rechtlich nicht dasselbe. Wer seine Nummer überträgt, sollte deshalb trotzdem darauf achten, dass der alte Vertrag ordnungsgemäß beendet wird, wenn er ihn nicht mehr benötigt.
Netzabdeckung ist wichtiger als ein paar Euro Ersparnis
Der günstigste Tarif hilft wenig, wenn am Wohnort, Arbeitsplatz oder auf regelmäßig gefahrenen Strecken kaum Empfang vorhanden ist.
Vor einem Anbieterwechsel sollte deshalb geprüft werden, welches Mobilfunknetz tatsächlich genutzt wird und wie die Versorgung in den persönlich wichtigen Gebieten aussieht.
Gerade bei günstigeren Mobilfunkmarken ist der Markenname nicht zwangsläufig identisch mit dem Betreiber des verwendeten Netzes.
Auch die maximal angebotene Geschwindigkeit kann sich zwischen einzelnen Tarifen im selben Netz unterscheiden.
Regelmäßiger Tarifcheck kann sich auszahlen
Mobilfunktarife verändern sich schnell. Mehr Datenvolumen und höhere Geschwindigkeiten sind häufig bereits für Preise erhältlich, für die Bestandskunden in älteren Verträgen deutlich weniger Leistung bekommen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, den eigenen Vertrag mindestens gelegentlich mit aktuellen Angeboten zu vergleichen.
Dabei gilt eine einfache Regel: Wer ständig Datenvolumen nachkaufen muss, hat wahrscheinlich zu wenig gebucht. Wer Monat für Monat einen großen Teil verfallen lässt, möglicherweise zu viel.
Der beste Handytarif ist deshalb nicht zwangsläufig der mit den meisten Gigabyte oder dem niedrigsten Werbepreis. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus tatsächlichem Datenbedarf, Netzqualität, Geschwindigkeit, Vertragsbedingungen und Gesamtkosten.