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ECie Fair Future Fund 2025: Solide Rendite, aber strategischer Bruch durch Wegfall der ESG-Ausrichtung

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes Bild: Der Fonds erzielte mit 8,43 % in der Anteilklasse I und 7,97 % in der Anteilklasse R eine ordentliche positive Wertentwicklung. Damit konnte der ECie Fair Future Fund in einem von geopolitischen Risiken, Zinsunsicherheit und erhöhter Marktvolatilität geprägten Umfeld überzeugen. Positiv fällt auch die breite Streuung auf: Zum Jahresende waren 71,30 % in Aktien, 21,47 % in Anleihen, 5,46 % in Bankguthaben und 1,75 % in Investmentanteilen investiert. Der Fonds war damit klar wachstumsorientiert, verfügte aber zugleich über einen stabilisierenden Renten- und Liquiditätsanteil.

Die größten Aktienpositionen zeigen eine deutliche Ausrichtung auf Qualitäts- und Substanzwerte aus Europa und den USA, darunter Heidelberg Materials, Aurubis, Allianz, Geberit, Deutsche Börse, Siemens, ASML, NVIDIA und SAP. Die Mischung aus Industrie, Technologie, Finanzwerten, Gesundheit und Infrastruktur spricht für eine relativ breite Diversifikation. Gleichzeitig bleibt der Fonds aufgrund der hohen Aktienquote deutlich schwankungsanfällig. Anleger müssen daher bereit sein, zwischenzeitliche Kursverluste auszuhalten.

Ein kritischer Punkt ist die Mittelabflussentwicklung. In beiden Anteilklassen kam es 2025 zu Nettoabflüssen: Bei der Anteilklasse I betrug der Mittelabfluss rund 2,47 Mio. Euro, bei der Anteilklasse R rund 1,57 Mio. Euro. Das Fondsvermögen sank trotz positiver Performance insgesamt auf 27,81 Mio. Euro. Für Anleger ist das kein unmittelbares Warnsignal, aber ein Hinweis darauf, dass der Fonds an Marktakzeptanz oder Vertriebsdynamik verloren haben könnte.

Bei den Kosten schneidet die institutionelle Anteilklasse I mit einer TER von 1,26 % deutlich besser ab als die Retail-Anteilklasse R mit 1,66 %. Zusätzlich hat die R-Klasse einen Ausgabeaufschlag von 5,00 %, was die Rendite für Privatanleger erheblich belasten kann. Aus Kostensicht war die I-Klasse klar attraktiver.

Besonders wichtig ist der strategische Einschnitt: Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 entfällt die ESG-Ausrichtung des Fonds. Ab 02.01.2026 wird der Fonds in ERW Aktienstrategie umbenannt; die Anteilklasse R wird auf die Anteilklasse I übertragen, die anschließend als Anteilklasse V geführt wird. Für Anleger, die den Fonds gezielt wegen seiner Nachhaltigkeitsstrategie gewählt haben, ist dies der zentrale Punkt des Berichts. Der bisherige ESG-Charakter ist künftig nicht mehr maßgeblich. Damit verändert sich das Anlageprofil deutlich.

Auch innerhalb des Berichtsjahres gab es ESG-relevante Auffälligkeiten: Es wurden zwei Grenzverletzungen genannt, darunter eine Investition mit Bezug zu fossilen Brennstoffen sowie eine zeitweise Unterschreitung der Mindestquote beim SDG Solution Score. Zwar lag die ESG-Quote mit 61,28 % über der Mindestanforderung von 51 %, dennoch zeigen diese Vorfälle, dass die Nachhaltigkeitssteuerung nicht völlig reibungslos verlief.

Fazit: Der Fonds lieferte 2025 eine solide Rendite und war breit investiert. Für renditeorientierte Anleger mit langfristigem Horizont bleibt das Konzept grundsätzlich interessant. Für nachhaltig orientierte Anleger ist jedoch der Wegfall der ESG-Ausrichtung ein klarer Bruch. Wer den Fonds weiterhin hält, sollte prüfen, ob die neue Strategie ERW Aktienstrategie noch zu den eigenen Anlagezielen, Risikovorstellungen und Nachhaltigkeitspräferenzen passt.

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