Der Fonds erzielte 2025 mit +9,86 % eine überzeugende Wertentwicklung und lag klar über der genannten Morningstar-Kategorie EAA Fund EUR Flexible Allocation – Global mit +6,8 %. Positiv fällt auf, dass das aktive Management durch eine flexible, nicht benchmarkgebundene Allokation Mehrwert schaffen konnte. Besonders die breite Streuung über Regionen, Themen und Zielfonds sowie das bewusste Abweichen von klassischen Marktindizes haben offenbar zur Outperformance beigetragen.
Aus Anlegersicht ist die Portfoliostruktur jedoch deutlich zu beachten: Der Fonds ist mit 83,21 % in Investmentanteilen investiert und damit stark von der Qualität der ausgewählten Zielfonds abhängig. Direkte Aktien spielen mit 1,03 % kaum eine Rolle. Gleichzeitig liegt die Liquiditätsquote mit 15,93 % Bankguthaben relativ hoch, was Stabilität und Flexibilität bietet, in stark steigenden Märkten aber Rendite kosten kann.
Die größten Positionen zeigen eine klare Ausrichtung auf globale Aktien- und Spezialthemen. Auffällig sind unter anderem der Vanguard US 500 Stock Index Fund EUR-hedged mit 11,01 %, der Vanguard Eurozone Stock Index Fund mit 10,86 %, sowie mehrere US-, Small- und Mid-Cap-Strategien. Dadurch besteht trotz des Namens „Flexible“ eine erhebliche Aktienmarktabhängigkeit, ergänzt durch regionale Schwerpunkte in Europa, USA, China, Indien und Emerging Markets.
Kritisch ist die Kostenstruktur: Die TER von 2,71 % ist hoch. Zusätzlich investieren Anleger indirekt in Zielfonds, die teils eigene Verwaltungsgebühren tragen. Zwar wurde 2025 nach Kosten eine starke Rendite erzielt, langfristig muss der Fonds diese Kostenbelastung jedoch regelmäßig durch aktives Management kompensieren.
Die Ertragslage zeigt, dass der Jahreserfolg vor allem aus realisierten Veräußerungsgewinnen stammt. Der ordentliche Nettoertrag war mit rund -1,03 Mio. EUR negativ, während das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften +6,32 Mio. EUR betrug. Das bedeutet: Die Rendite kommt weniger aus laufenden Erträgen, sondern vor allem aus Kursgewinnen und aktivem Handel.
Positiv zu werten ist das gewachsene Fondsvermögen von 59,45 Mio. EUR auf 64,29 Mio. EUR, wobei der Mittelzufluss nahezu neutral war. Der Zuwachs stammt also im Wesentlichen aus der Wertentwicklung. Der Anteilwert stieg von 74,63 EUR auf 80,74 EUR.
Die wichtigsten Risiken liegen in Marktpreis-, Währungs-, Liquiditäts- und Zielfondsrisiken. Besonders relevant ist, dass viele Zielfonds in Fremdwährungen oder außerhalb des Euroraums investieren. 2025 zeigte sich bereits, dass ein schwacher US-Dollar die Rendite für Euro-Anleger belasten kann. Nachhaltigkeitskriterien werden laut Bericht nicht berücksichtigt; der Fonds ist nach SFDR als Artikel-6-Produkt eingestuft.
Fazit:
Der H1 Flexible Top Select lieferte 2025 ein starkes Ergebnis und bewies, dass das aktive, flexible Konzept funktionieren kann. Für Anleger ist der Fonds interessant, wenn sie an eine aktive Zielfondsselektion glauben und eine globale, chancenorientierte Mischfondsstrategie suchen. Gleichzeitig sind die hohe Kostenquote, die starke Abhängigkeit von Zielfonds und die Aktienmarktnähe zentrale Punkte, die vor einer Anlage kritisch geprüft werden sollten.