Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 des SANFOR RV ein insgesamt stabiles, breit diversifiziertes Rentenportfolio mit konservativem Schwerpunkt, jedoch einer eher verhaltenen Wertentwicklung. Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr eine Performance von +1,5 %. Über drei Jahre liegt die jährliche Rendite bei +3,9 % p.a., über fünf Jahre jedoch nur bei +0,1 % p.a.. Damit konnte der Fonds kurzfristig positiv abschneiden, langfristig blieb der reale Vermögenszuwachs aber sehr begrenzt.
Die Fondsstruktur ist klar auf Anleihen ausgerichtet: 97,31 % des Fondsvermögens waren zum Jahresende in Wertpapieren investiert. Den größten Anteil bilden Unternehmensanleihen mit 43,9 %, gefolgt von Rentenfonds mit 25,0 %, Staatsanleihen mit 16,2 % und Pfandbriefen mit 10,3 %. Diese Mischung spricht für eine breite Risikostreuung. Positiv ist auch, dass keine Derivatepositionen bestanden und keine Wertpapierleihe, Pensionsgeschäfte oder Total Return Swaps genutzt wurden.
Auffällig ist der Ausbau von Unternehmensanleihen. Dieser Schritt hat sich im Berichtsjahr ausgezahlt, da Corporate Bonds, High-Yield-Anleihen und Schwellenländerpapiere positiv zur Wertentwicklung beitrugen. Belastend wirkten dagegen Fremdwährungsanleihen, insbesondere wegen der Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Trotz Fremdwährungspositionen ist das Währungsrisiko begrenzt, da 88,1 % des Fondsvolumens auf Euro lauteten.
Das Fondsvermögen stieg von 157,3 Mio. EUR auf 173,2 Mio. EUR. Dieser Zuwachs beruht jedoch nicht nur auf Anlageerfolg, sondern stark auf Netto-Mittelzuflüssen von rund 16,3 Mio. EUR. Der Anteilwert sank leicht von 43,99 EUR auf 43,87 EUR, was durch die Ausschüttung von 0,99 EUR je Anteil zu erklären ist. Kritisch ist, dass die Ausschüttung teilweise aus dem Sondervermögen finanziert wurde: Vom ausgeschütteten Betrag je Anteil stammen 0,72 EUR aus dem realisierten Ergebnis und 0,27 EUR aus dem Fondsvermögen.
Die Kostenquote von 0,87 % ist für einen aktiv gemanagten Rentenfonds moderat, aber nicht niedrig. Da zusätzlich rund ein Viertel des Fonds in Zielfonds investiert ist, können dort weitere Kosten anfallen. Für Anleger ist daher wichtig, die Gesamtkostenbelastung im Blick zu behalten.
Risikoseitig bleibt der Fonds vor allem abhängig von Zinsentwicklung, Bonität der Emittenten und Währungsschwankungen. Die durchschnittliche VaR-Auslastung von 63,32 % wirkt kontrolliert, die maximale Auslastung von 141,13 % zeigt jedoch, dass zwischenzeitlich deutlich höhere Marktrisiken bestanden. Positiv ist, dass keine wesentlichen Liquiditätsrisiken, operationellen Risiken oder Risikolimit-Auffälligkeiten berichtet wurden.
Nachhaltigkeitsbezogen berücksichtigt der Fonds Principal Adverse Impacts, erfüllt aber nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für Anleger mit starkem ESG-Fokus ist das ein Einschränkungspunkt.
Fazit: Der SANFOR RV eignet sich eher für Anleger, die einen breit gestreuten, aktiv verwalteten Rentenfonds mit regelmäßiger Ausschüttung suchen und moderate Risiken akzeptieren. Die solide Diversifikation, hohe Euro-Quote und kontrollierte Risikosteuerung sprechen für den Fonds. Schwächen liegen in der nur mäßigen langfristigen Wertentwicklung, den Kosten einschließlich Zielfondskosten sowie der teilweisen Ausschüttung aus dem Fondsvermögen. Als defensiver Baustein kann der Fonds sinnvoll sein; als Renditetreiber überzeugt er nur eingeschränkt.