Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Deka-bAV Fonds für 2025 ein insgesamt solides, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds hat im Geschäftsjahr eine positive Wertentwicklung von 2,6 % erzielt und das Fondsvermögen auf 535,5 Mio. Euro gesteigert. Das ist positiv, wirkt aber im Verhältnis zur sehr starken Aktienmarktphase eher verhalten, zumal der Bericht selbst von neuen Höchstständen an vielen Börsen und robusten Unternehmenszahlen spricht.
Der Fonds bleibt klar als weltweit investierender Aktienfonds mit aktivem Management positioniert. Zum Jahresende waren 79,6 % des Vermögens direkt in Aktien investiert, durch Derivate erhöhte sich die Netto-Aktienquote sogar um weitere 19 Prozentpunkte. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist trotz zwischenzeitlicher taktischer Reduktion im Frühjahr weiterhin offensiv ausgerichtet und profitiert stark von steigenden Aktienmärkten, trägt aber ebenso deutliche Rückschlagrisiken.
Besonders auffällig ist die starke Konzentration auf die USA. Allein US-Aktien machten 51,2 % des Fondsvermögens aus, hinzu kamen US-Staatsanleihen von 9,6 %. Auch auf Währungsebene dominiert der US-Dollar klar. Das schafft Chancen, weil der Fonds damit an der Stärke des US-Marktes und der großen Technologiekonzerne partizipiert. Gleichzeitig entsteht daraus ein Klumpenrisiko: Sollte der US-Markt, der Dollar oder vor allem der Technologiesektor korrigieren, würde das den Fonds spürbar treffen.
Die größten Einzelpositionen wie Alphabet, Microsoft, Nvidia, Apple und Amazon zeigen, dass der Fonds deutlich an den großen Wachstumstreibern der vergangenen Jahre hängt. Das ist aus Renditesicht nachvollziehbar, erhöht aber die Abhängigkeit von wenigen Mega-Caps. Zwar ist der Fonds formal breit gestreut, wirtschaftlich ist er jedoch in wesentlichen Teilen stark vom Verlauf der US-Blue-Chips und insbesondere der Technologiebranche abhängig.
Positiv ist, dass das Management nicht rein passiv investiert, sondern im Jahresverlauf aktiv reagiert hat. Im Zuge der Zollunsicherheiten Ende März/Anfang April wurde der Investitionsgrad signifikant reduziert und danach wieder schrittweise erhöht. Das spricht für ein risikobewusstes, taktisch agierendes Management. Allerdings lässt das Jahresergebnis auch den Schluss zu, dass diese taktische Vorsicht einen Teil der Markterholung möglicherweise nicht vollständig mitgenommen hat.
Die Ertragsstruktur des Fonds wirkt grundsätzlich gesund. Der Fonds erzielte laufende Erträge aus Dividenden und Zinsen, wobei insbesondere ausländische Dividenden und Zinserträge beitrugen. Das realisierte Ergebnis aus Verkäufen war positiv. Insgesamt lag das Ergebnis des Geschäftsjahres bei 13,8 Mio. Euro. Für langfristige Anleger ist zudem positiv, dass die Erträge vollständig wiederangelegt wurden, was zum Zinseszinseffekt beiträgt.
Kritischer zu sehen ist die Kostenbelastung. Die Gesamtkostenquote von 1,26 % ist für einen globalen Aktienfonds aus Anlegersicht nicht niedrig. Gerade wenn der Fonds sich in vielen Bereichen an etablierten Standardwerten orientiert, stellt sich die Frage, ob das aktive Management nach Kosten dauerhaft genügend Mehrwert gegenüber günstigeren globalen Aktienlösungen liefern kann. Die 1-Jahres-Performance von 2,6 % wirkt dafür eher zu schwach, während die längerfristigen Zahlen mit 13,9 % p.a. über 3 Jahre und 10,1 % p.a. über 5 Jahre deutlich überzeugender aussehen. Für Anleger ist das ein gemischtes Signal: langfristig ordentlich, kurzfristig aber wenig beeindruckend.
Ein weiterer Punkt ist der Derivateeinsatz. Das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten lag bei über 121 Mio. Euro, der Leverage nach Bruttomethode bei 138,52 %. Das ist nicht automatisch problematisch, zeigt aber klar, dass der Fonds zusätzliche Instrumente zur Steuerung und teils zur Verstärkung des Marktengagements nutzt. Für konservative Anleger ist das ein Aspekt, den man kennen sollte: Das Risiko des Fonds ergibt sich nicht nur aus den direkt gehaltenen Aktien und Anleihen, sondern auch aus Futures, Devisentermingeschäften und einer Zinsoption.
Positiv ist wiederum, dass die Liquiditätslage solide erscheint. Rund 10,3 % des Fondsvermögens lagen in Bankguthaben, und der Fonds investiert überwiegend in liquide Standardwerte. Das reduziert das Risiko, dass es in Stressphasen zu Bewertungs- oder Verkaufsproblemen kommt. Auch operationelle Risiken wurden im Bericht nicht als auffällig beschrieben.
Beim Thema Nachhaltigkeit ergibt sich ein differenziertes Bild. Der Fonds verfolgt kein ökologisch nachhaltiges Anlageziel im Sinne der EU-Taxonomie, berücksichtigt aber nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen (PAI) im Investmentprozess. Für Anleger heißt das: Nachhaltigkeit spielt eine Rolle bei Ausschlüssen und Risikosteuerung, ist aber nicht der eigentliche Kern des Produkts. Wer einen streng nachhaltigen Fonds sucht, dürfte hier nicht optimal aufgehoben sein; wer hingegen ein klassisches Renditeprodukt mit gewissen ESG-Leitplanken möchte, findet hier einen Mittelweg.
Unterm Strich ist der Deka-bAV Fonds aus Anlegersicht ein solider, aktiv gemanagter globaler Aktienfonds mit klarer Wachstums- und US-Ausrichtung, der 2025 Vermögen aufgebaut und positiv abgeschlossen hat. Die Stärken liegen in der internationalen Diversifikation, der guten Qualität der gehaltenen Unternehmen, der professionellen Steuerung und der langfristig ordentlichen Wertentwicklung. Die Schwächen liegen in der relativ hohen Kostenquote, der starken Abhängigkeit von den USA und einigen wenigen Technologieriesen sowie in einer Jahresperformance, die im starken Marktumfeld eher mäßig wirkt.
Fazit für Anleger:
Der Fonds passt eher zu Anlegern, die langfristig, aktienorientiert und mit einer gewissen Schwankungsbereitschaft investieren wollen. Für sicherheitsorientierte Anleger ist er wegen der hohen Aktienquote, des Derivateeinsatzes und der US-/Technologieabhängigkeit weniger geeignet. Wer bereits andere US-lastige Aktienanlagen besitzt, sollte zudem prüfen, ob der Fonds im Gesamtportfolio wirklich zusätzliche Diversifikation bringt oder bestehende Schwerpunkte eher noch verstärkt.