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Solide Erträge mit erhöhtem Risiko: Deka-RentenNachrang profitiert 2025 von Finanz-Nachranganleihen

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Deka-RentenNachrang für 2025 ein insgesamt ordentliches, aber klar risikobehaftetes Bild. Der Fonds hat im Berichtsjahr eine Wertentwicklung von 4,6 % erzielt und damit von einem freundlichen Marktumfeld für nachrangige Anleihen aus dem Finanzsektor profitiert. Besonders positiv wirkten Additional-Tier-1-Anleihen (AT1) und Corporate Hybrids, also nachrangige Titel von Industrieunternehmen. Das Fondsmanagement hat offenbar gut auf die Marktveränderungen reagiert: Zu Jahresbeginn wurde das Risiko wegen erwarteter Volatilität zunächst gesenkt, später aber wieder erhöht, als sich Konjunktur und Kapitalmärkte robuster entwickelten.

Der Fonds verfolgt eine aktive Strategie mit Fokus auf Banken- und Versicherungsnachrängen. Genau darin liegt zugleich seine Stärke und seine Schwäche. Stärke, weil diese Wertpapiere im Jahr 2025 attraktive Risikoaufschläge boten und überdurchschnittlich profitierten, als sich die Credit Spreads einengten. Schwäche, weil Nachranganleihen im Krisenfall deutlich anfälliger sind als erstrangige Anleihen. Anleger müssen sich bewusst sein, dass sie hier kein defensives Standard-Rentenprodukt kaufen, sondern ein spezialisiertes Segment mit erhöhtem Emittenten-, Bonitäts- und Marktrisiko.

Positiv ist die breite Streuung innerhalb des Segments. Das Fondsvermögen lag zum Jahresende bei 32,2 Mio. Euro, davon waren 97,35 % in Anleihen investiert. Regional dominieren Frankreich (23,7 %) und Deutschland (19,8 %), gefolgt von Großbritannien, Niederlande und Spanien. Die Kassenquote war mit 0,79 % niedrig, was grundsätzlich zeigt, dass das Kapital weitgehend investiert war. Allerdings weist der Bericht selbst darauf hin, dass zeitweise höhere Liquidität Opportunitätskosten verursacht hat.

Ebenfalls positiv ist die Qualitätsverschiebung im Portfolio. Das Management hat den Anteil von BBB-Anleihen leicht erhöht, den BB-Bereich reduziert und auch A-geratete Titel aufgestockt. Das spricht für eine vorsichtige Verbesserung der durchschnittlichen Bonität, ohne den Renditecharakter des Fonds aufzugeben. Zugleich wurde die Sektorstreuung durch Nachranganleihen von Industrieunternehmen etwas verbreitert, was die starke Abhängigkeit vom Bankensektor etwas mindert.

Ein wichtiger Punkt für Anleger ist die Zinssteuerung. Die Renditekurve wurde 2025 deutlich steiler: kurze Laufzeiten rentierten niedriger, lange Laufzeiten höher. Das Management reagierte darauf, indem es eher kürzere Anleihen gegen längere tauschte. Damit wurde die Restlaufzeit erhöht, ohne das Gesamtrisiko stark auszuweiten, weil gleichzeitig Zinsderivate reduziert bzw. ganz abgebaut wurden. Zum Stichtag befanden sich keine Derivate mehr im Portfolio. Das wirkt aus Transparenzsicht positiv, zeigt aber auch, dass der Fonds 2025 aktiv auf Zinsbewegungen gesetzt hat.

Bei den Erträgen fällt auf, dass der Fonds starke laufende Zinserträge erwirtschaftet hat. Insgesamt standen 1,32 Mio. Euro Erträgen nur 0,33 Mio. Euro Aufwendungen gegenüber. Daraus ergab sich ein ordentlicher Nettoertrag von rund 994 Tsd. Euro. Einschließlich realisierter Gewinne und Bewertungsänderungen lag das Jahresergebnis bei rund 1,46 Mio. Euro. Das ist für einen Rentenfonds solide. Auch die Ausschüttung von insgesamt 1,08 Euro je Anteil macht den Fonds für einkommensorientierte Anleger interessant.

Weniger attraktiv ist die Kostenquote von 1,02 %. Für einen spezialisierten aktiv gemanagten Nachranganleihefonds ist das nicht außergewöhnlich, aber auch nicht günstig. Anleger sollten deshalb erwarten, dass das Management dauerhaft einen Mehrwert gegenüber passiven oder kostengünstigeren Alternativen liefert. Die 1-Jahres-Performance von 4,6 % und die 3-Jahres-Rendite von 7,5 % p.a. sprechen dafür, dass dies zuletzt gelungen ist. Die 5-Jahres-Rendite von nur 2,0 % p.a. zeigt allerdings auch, dass diese Anlageklasse zyklisch ist und längere Schwächephasen durchlaufen kann.

Aus Risikosicht ist entscheidend: Dieser Fonds eignet sich nicht für Anleger, die maximale Stabilität oder eine klassische „sichere Rentenanlage“ suchen. Er investiert gezielt in nachrangige Finanzanleihen, darunter auch AT1-Instrumente, die bei Stressereignissen erhebliche Kursverluste erleiden können oder im Extremfall herabgeschrieben werden. Das Produkt ist eher für Anleger geeignet, die höhere laufende Erträge und Renditechancen im Anleihebereich suchen und dafür spürbar höhere Schwankungen und Ausfallrisiken akzeptieren.

Unterm Strich hinterlässt der Bericht einen soliden Eindruck. Das Fondsmanagement hat 2025 nachvollziehbar gehandelt, die Marktphase gut genutzt und gleichzeitig die Bonitätsstruktur eher verbessert als verschlechtert. Der Fonds war erfolgreich, aber der Erfolg beruht stark auf einem günstigen Umfeld für Finanz-Nachrangtitel. Für die Zukunft bleibt daher die zentrale Frage, ob sich diese positive Marktstimmung fortsetzt. Aus Anlegersicht ist der Fonds deshalb interessant als renditeorientierte Beimischung im Rentenbereich, jedoch nicht als defensiver Kernbaustein.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Deka-RentenNachrang war 2025 ein erfolgreicher Spezialrentenfonds mit guter Ausschüttung und ordentlicher Wertentwicklung. Wer gezielt auf höhere Zinsen und Credit-Chancen im Finanzsektor setzen will, findet hier ein professionell gemanagtes Produkt. Wer dagegen in erster Linie Sicherheit, geringe Schwankungen und hohe Krisenfestigkeit sucht, sollte die Risiken dieses Fonds nicht unterschätzen.

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