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KSK Dynamik 2025: Solide Rendite, aber teuer und klar aktienlastig

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes, insgesamt aber ordentliches Bild. Der Fonds KSK Dynamik hat im Berichtsjahr 4,9 % Wertzuwachs erzielt und das Fondsvolumen auf 46,3 Mio. Euro gesteigert. Das spricht für Mittelzuflüsse und eine gewisse Akzeptanz am Markt. Gleichzeitig offenbart der Bericht aber auch, dass diese Rendite mit einer sehr hohen Aktienquote, deutlichen thematischen Schwerpunkten und einer spürbaren Kostenbelastung erkauft wurde.

Der Fonds ist seinem Namen entsprechend klar offensiv ausgerichtet. Zum Jahresende waren 99,0 % des Vermögens in Aktienfonds investiert, die Liquiditätsquote lag lediglich bei 1,0 %. Für Anleger bedeutet das: Dieser Fonds ist praktisch kein Mischfonds im defensiven Sinn, sondern eher ein aktienorientierter Dachfonds mit nur begrenztem Puffer gegen Marktrückgänge. Wer Wert auf Kapitalerhalt oder geringe Schwankungen legt, dürfte mit dieser Struktur nur bedingt glücklich werden. Für wachstumsorientierte Anleger mit längerem Anlagehorizont ist das Konzept dagegen nachvollziehbar.

Positiv ist zunächst die breite geografische und thematische Streuung. Der Fonds investiert nicht nur global, sondern setzt gezielt Akzente in Bereichen wie Grundstoffe, Gesundheit, Öl & Gas, Clean Energy, Halbleiter, Emerging Markets, Singapur, Brasilien und globalen Qualitätsaktien. Dadurch entsteht echte Diversifikation über Regionen, Sektoren und Managementstile hinweg. Allerdings ist diese Streuung nicht automatisch gleichbedeutend mit geringerem Risiko. Denn viele der gewählten Segmente sind zyklisch, volatil oder thematisch trendabhängig. Insbesondere Positionen wie Clean Energy, Rare Earths, Brasilien oder Emerging Markets Small Caps können in schwierigen Marktphasen stark schwanken.

Auffällig ist, dass das Fondsmanagement den Investitionsgrad durchgehend hoch gehalten hat. Das war 2025 in einem freundlichen Aktienmarkt zwar hilfreich, lässt aber auch erkennen, dass das Management wenig defensiv agierte. Die Rendite kam zudem vor allem aus realisierten Veräußerungsgewinnen. Das realisierte Ergebnis des Geschäftsjahres lag bei rund 3,49 Mio. Euro, während das nicht realisierte Ergebnis negativ war. Das ist ein wichtiger Punkt: Ein Teil des Jahreserfolgs wurde also durch Gewinnmitnahmen gesichert, während die noch im Bestand befindlichen Positionen per saldo an stillen Reserven eingebüßt haben. Für Anleger ist das weder eindeutig schlecht noch gut, zeigt aber, dass die Wertentwicklung nicht auf breiter Stärke aller Bestände beruhte.

Kritisch zu sehen ist die Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote von 1,83 % ist für einen Fonds, der fast vollständig in andere Fonds und ETFs investiert, relativ hoch. Gerade weil viele Bausteine ETFs mit niedrigen Verwaltungsgebühren sind, erwartet man aus Anlegersicht eigentlich eine günstigere Gesamtlösung. Die zusätzliche Dachfonds-Ebene kostet Rendite. Das ist langfristig relevant: Bei ähnlicher Marktentwicklung kann ein kostengünstigerer globaler Aktienfonds oder ETF-Verbund auf lange Sicht einen spürbaren Vorteil haben.

Ein weiterer Punkt ist die Portfoliokonstruktion. Der Fonds verzichtet bewusst auf einen Referenzindex, was dem Management Flexibilität gibt. Das ist grundsätzlich positiv, weil aktive Allokation Chancen eröffnen kann. Gleichzeitig macht es die Beurteilung schwieriger: Anleger müssen stärker darauf vertrauen, dass das Management mit seinen Themen- und Regionenwetten dauerhaft Mehrwert schafft. Im Jahr 2025 war die Rendite von 4,9 % zwar positiv, für einen Fonds mit nahezu voller Aktienquote aber nicht überragend. Aus Investorensicht stellt sich daher die Frage, ob das aktive Management den Kosten- und Komplexitätsaufschlag tatsächlich ausreichend rechtfertigt.

Die Risiken sind klar vorhanden und sollten nicht unterschätzt werden. Der Fonds trägt Aktienmarktrisiko, Währungsrisiko und zusätzlich ein Dachfondsrisiko, weil die eigentlichen Investmententscheidungen auf Ebene der Zielfonds getroffen werden. Zudem kann es zu Überschneidungen zwischen den Zielfonds kommen. Das ist in der Theorie diversifiziert, in der Praxis aber nicht immer so breit gestreut, wie es auf den ersten Blick wirkt. Der USD-Anteil von 18,8 % ist nicht abgesichert, was in Euro gerechnet zu zusätzlichen Schwankungen führen kann.

Positiv hervorzuheben ist, dass laut Bericht keine wesentlichen Liquiditätsrisiken bestanden und auch keine besonderen operationellen Risiken festgestellt wurden. Ebenso ist das Thema Nachhaltigkeit zumindest in einer risikobegrenzenden Form berücksichtigt: Schwere negative Nachhaltigkeitsauswirkungen wurden ausgeschlossen, auch wenn der Fonds kein Artikel-9- oder klar ökologisch nachhaltiges Produkt ist. Für klassische Anleger ist das eher ein Zusatzaspekt als ein Hauptargument.

Die Entwicklung des Anteilwerts zeigt ein bislang solides Bild: von 103,08 Euro Ende 2023 auf 115,53 Euro Ende 2024 und 119,07 Euro Ende 2025. Das signalisiert einen Aufwärtstrend, allerdings mit zuletzt spürbar verlangsamter Dynamik. Gleichzeitig wurden Ausschüttungen vorgenommen, insgesamt 4,70 Euro je Anteil für das Geschäftsjahr. Für ausschüttungsorientierte Anleger ist das attraktiv, wobei man beachten muss, dass Ausschüttungen nicht mit „zusätzlicher Rendite“ verwechselt werden dürfen, sondern aus dem Fondsvermögen stammen.

Mein Fazit aus Anlegersicht: KSK Dynamik ist ein chancenorientierter, gut diversifizierter, aber kostenintensiver Aktien-Dachfonds. Er eignet sich eher für Anleger, die langfristiges Wachstum, aktive Steuerung und thematische Beimischungen suchen und dabei auch deutliche Schwankungen akzeptieren. Weniger geeignet ist er für kostenbewusste Anleger, die eine einfache, breit gestreute Aktienanlage mit ähnlichem Marktexposure suchen. Die Jahreszahlen 2025 wirken solide, aber nicht herausragend. Der Fonds ist damit kein schlechtes Produkt, muss seinen Mehrwert gegenüber günstigeren Alternativen künftig jedoch klarer beweisen.

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