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Deka-Schweiz 2025: Starke Rendite, aber klarer Fokus auf Schweiz-, Währungs- und Stock-Picking-Risiken

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Deka-Schweiz für 2025 ein insgesamt überzeugendes, aber keineswegs defensives Bild. Der Fonds erzielte im Berichtsjahr eine Wertentwicklung von +13,4 % und profitierte von einem freundlichen Aktienmarktumfeld, einer hohen Investitionsquote sowie einer offenbar guten Titelselektion, besonders im Mid-Cap-Bereich. Gleichzeitig ist der Fonds klar als aktive, konzentrierte Schweiz-Aktienstrategie zu verstehen und damit nicht als breit diversifizierte Kernanlage für jede Marktlage.

Der erste positive Punkt ist die solide absolute Entwicklung. Nach einem Anteilwert von 612,78 Euro Ende 2024 stieg der Wert auf 683,69 Euro Ende 2025. Auch die Mehrjahreszahlen wirken ordentlich: 8,5 % p.a. über drei Jahre und 7,0 % p.a. über fünf Jahre. Das spricht dafür, dass der Fonds nicht nur von einem einmaligen Sondereffekt getragen wurde, sondern über mehrere Jahre hinweg in einem grundsätzlich attraktiven Renditekorridor lag.

Ebenfalls positiv ist, dass das Ergebnis nicht nur aus Buchgewinnen bestand. Das realisierte Ergebnis des Geschäftsjahres lag bei 26,97 Mio. Euro, das Gesamtergebnis bei 42,85 Mio. Euro. Die realisierten Gewinne aus Aktien und Futures zeigen, dass das Management Marktbewegungen aktiv genutzt hat. Gleichzeitig bedeutet das auch: Der Fonds wird sehr aktiv gesteuert, was Chancen eröffnet, aber stark von der Qualität des Managements abhängt.

Auffällig ist die hohe Aktienquote. Zum Stichtag lagen 94,16 % des Fondsvermögens in Wertpapieren, davon 90,22 % in Aktien und weitere 3,94 % in sonstigen Beteiligungswertpapieren. Rechnet man die Derivate hinzu, lag der wirtschaftliche Investitionsgrad sogar bei 109,1 %. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Der Fonds war nicht nur nahezu voll investiert, sondern zeitweise sogar gehebelt in Richtung Aktienmarkt positioniert. In steigenden Märkten hilft das, in schwächeren Phasen kann es Verluste aber ebenso verstärken.

Genau hier liegt einer der zentralen Punkte der Anlegeranalyse: Der Fonds ist chancenreich, aber nicht konservativ. Das zeigt sich auch an der Risikokennzahl. Der durchschnittliche potenzielle Risikobetrag (VaR) lag bei 10,06 %, der höchste Wert bei 13,30 %. Für einen reinen Aktienfonds ist das nicht ungewöhnlich, aber für Anleger bedeutet es klar: Dieses Produkt ist auf mittlere bis höhere Schwankungen ausgelegt.

Die Portfoliostruktur zeigt einen deutlichen Stil des Managements. Schwerpunkte lagen in Pharma (23,9 %) und Industrie (21,6 %), also in zwei Sektoren, in denen die Schweiz traditionell stark ist. Größte Einzelpositionen waren unter anderem Novartis (5,45 %), ABB (5,45 %), UBS (5,17 %), Nestlé (4,60 %) und Roche-Genussscheine (3,17 %). Das ist einerseits sinnvoll, weil diese Unternehmen zu den Qualitätsführern des Schweizer Marktes zählen. Andererseits erhöht das die Konzentration auf einige wenige Titel und Sektoren. Wer bereits andere Gesundheits- oder Qualitätsaktienfonds hält, sollte Überschneidungen beachten.

Besonders interessant ist aus Anlegersicht die Aussage des Managements, dass Mid-Caps positiv zur Wertentwicklung beigetragen haben. Genannt werden etwa Cicor, Galderma, Huber + Suhner, Medartis und Jungfraubahn. Das spricht dafür, dass der Fonds nicht bloß die bekannten Schwergewichte abbildet, sondern tatsächlich aktive Mehrwerte über die zweite Reihe sucht. Genau darin kann der eigentliche Nutzen eines aktiven Schweiz-Fonds liegen. Allerdings folgt daraus auch: Die Ergebnisse hängen stark an der Treffsicherheit des Stock-Picking. Fehlgriffe wie bei LEM Holding oder Timing-Nachteile bei ABB und UBS zeigen, dass diese Strategie nicht immer glatt läuft.

Ein wesentlicher Risikofaktor bleibt das Währungsrisiko. Der Fonds investiert fast vollständig in Schweizer Franken. Für Euro-Anleger ist die Rendite also nicht nur von den Aktienkursen abhängig, sondern auch von der Entwicklung des CHF zum EUR. Der Franken kann in Krisen stabilisierend wirken, aber Währungsbewegungen können die Fondsrendite ebenso belasten. Wer einen rein eurobasierten Vermögensaufbau plant, muss diesen Punkt ernst nehmen.

Positiv zu bewerten ist dagegen die Liquidität des Portfolios. Laut Bericht bestanden im Berichtszeitraum keine wesentlichen Liquiditätsrisiken. Angesichts der Vielzahl börsennotierter Schweizer Titel ist das plausibel, auch wenn einige Small- und Mid-Caps naturgemäß weniger liquide sind als Novartis oder Nestlé.

Bei den Kosten liefert der Bericht ein gemischtes Bild. Die Gesamtkostenquote von 1,43 % ist für einen aktiv gemanagten Länderaktienfonds nicht außergewöhnlich hoch, aber auch nicht günstig. Für Anleger heißt das: Das Management muss langfristig echten Mehrwert liefern, damit sich die Gebühren rechtfertigen. Immerhin fiel keine Performance Fee an. Hinzu kommen Transaktionskosten von rund 411.000 Euro, was bei der aktiven Strategie erwartbar ist.

Die Mittelbewegungen zeigen, dass der Fonds 2025 netto Mittelabflüsse von rund 2,43 Mio. Euro verzeichnete. Das ist bei einem Fondsvolumen von 362,45 Mio. Euro nicht dramatisch, deutet aber auch nicht auf starken Vertriebsrückenwind hin. Entscheidend ist hier eher, dass das Wachstum des Fondsvermögens vor allem aus der Wertsteigerung kam, nicht aus frischem Anlegergeld.

Auch die Ausschüttungspolitik ist für Anleger relevant. Die Gesamtausschüttung belief sich auf 15,34 Euro je Anteil. Das macht den Fonds nicht zu einem klassischen Einkommensfonds, aber die Ausschüttung liefert einen gewissen laufenden Rückfluss. Der ordentliche Nettoertrag war mit 577.750 Euro allerdings relativ klein im Verhältnis zur Fondsgröße; der wesentliche Ertrag stammt also klar aus Kursgewinnen und nicht aus laufendem Einkommen.

Beim Thema Nachhaltigkeit ist das Bild differenziert. Der Fonds verfolgt keine EU-Taxonomie-Strategie, berücksichtigt aber PAI-Kriterien und schließt schwerwiegende Nachhaltigkeitsverstöße laut Bericht systematisch aus. Für klassische Renditeanleger ist das ein Zusatzaspekt, für strikt nachhaltigkeitsorientierte Investoren dürfte der Fonds aber eher nicht als Artikel-8/9-Produkt mit klarem ESG-Fokus wahrgenommen werden.

Mein Fazit aus Anlegersicht: Deka-Schweiz ist 2025 ein überzeugend geführter aktiver Länderfonds mit guter Performance, klarer Aktienorientierung und erkennbarer Managementhandschrift. Die Stärken liegen in der fokussierten Schweiz-Expertise, der aktiven Selektion und dem Zugang zu Mid-Caps neben den bekannten Blue Chips. Die Schwächen liegen in der begrenzten Diversifikation, der starken Abhängigkeit vom Schweizer Markt, dem Franken-Risiko und der Tatsache, dass der Fonds durch hohen Investitionsgrad und Derivateeinsatz eher offensiv aufgestellt ist.

Für Anleger eignet sich der Fonds vor allem dann, wenn sie gezielt auf den Schweizer Aktienmarkt setzen wollen und dabei einen aktiven Ansatz gegenüber einem reinen Indexprodukt bevorzugen. Weniger passend ist er für Anleger, die eine globale Basisanlage, besonders niedrige Kosten oder geringe Schwankungen suchen.

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