Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Global Favourites ein insgesamt ordentliches, aber nicht uneingeschränkt überzeugendes Bild. Positiv ist vor allem, dass der Fonds seinem Grundansatz treu geblieben ist: ein global diversifiziertes Aktienportfolio mit Fokus auf große, bekannte, fundamental starke Unternehmen im OECD-Raum. Der Fonds war zum Stichtag mit 97,27 % nahezu vollständig investiert, davon 94,52 % direkt in Aktien, und blieb damit klar ein offensiv ausgerichteter Aktienfonds. Die Liquiditätsquote von 2,84 % ist niedrig und spricht dafür, dass das Management die Marktchancen aktiv genutzt hat.
Die Wertentwicklung im Geschäftsjahr 2024/25 war positiv. Der Anteilwert stieg bei der ausschüttenden Klasse A von 114,53 EUR auf 120,00 EUR, bei der thesaurierenden Klasse T von 117,28 EUR auf 124,82 EUR. Das entspricht einem spürbaren Zuwachs, auch wenn die absolute Performance nicht spektakulär ausfällt. Bemerkenswert ist, dass das Jahresergebnis stark aus Veräußerungsgewinnen und Bewertungsgewinnen stammt. Der ordentliche Nettoertrag war dagegen in beiden Anteilklassen negativ, weil die laufenden Erträge aus Dividenden und Zinsen die Kosten nicht deckten. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds lebt wirtschaftlich vor allem von steigenden Kursen, nicht von einem robusten laufenden Ertragsprofil.
Positiv zu bewerten ist die Portfoliostruktur. Die größten Positionen sind qualitativ hochwertige und marktstarke Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Berkshire Hathaway, Johnson & Johnson, ASML, LVMH, Unilever, SAP, AMD oder Microsoft. Das Portfolio ist breit gestreut, die Einzelgewichte liegen überwiegend im Bereich von rund 1 bis 4 %, was Klumpenrisiken begrenzt. Gleichzeitig ist die tatsächliche Ausrichtung deutlich wachstums- und qualitätsorientierter, als es der klassische Begriff „Value“ vermuten lässt. Der Fonds hält viele etablierte Qualitätswerte, ergänzt um ausgewählte Technologietitel. Das erhöht die Attraktivität für langfristige Anleger, macht den Fonds aber auch empfindlicher gegenüber Marktbewertungen, Zinsänderungen und Schwankungen im Technologiesektor.
Die Umschlagshäufigkeit blieb moderat. Es gab 38 Käufe und 22 Verkäufe. Das passt zu einem langfristigen Investmentansatz. Auffällig ist, dass laut Bericht 18 Verkäufe nach Erreichen des Kursziels erfolgten und nur 4 Verkäufe zur Verlustbegrenzung. Das spricht für diszipliniertes Portfoliomanagement. Ergänzend wurden in begrenztem Umfang Derivate eingesetzt, insbesondere verkaufte Call- und Put-Optionen, um Zusatzerträge zu erzielen. Da zum Stichtag kein Derivatebestand mehr vorhanden war, war das Risikoprofil dadurch nicht strukturell verändert.
Ein klarer Schwachpunkt des Fonds sind jedoch die Kosten. Die TER liegt bei 2,01 % für A und 2,07 % für T und ist für einen globalen Aktienfonds hoch. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %. Diese Kosten sind aus Anlegersicht nur dann vertretbar, wenn der Fonds dauerhaft einen deutlichen Mehrwert gegenüber günstigen globalen Aktienfonds oder ETFs liefert. Der Bericht zeigt zwar ein positives Jahr, aber keinen überragenden Performancebeweis, der das hohe Kostenniveau eindeutig rechtfertigt. Besonders kritisch ist, dass die ordentlichen Erträge nach Kosten negativ waren. Das verdeutlicht, wie stark die Gebühren am laufenden Ertrag zehren.
Auch bei den Mittelbewegungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die Anteilklasse A netto Mittelzuflüsse verzeichnete, gab es bei der Klasse T deutliche Nettoabflüsse. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Anleger im thesaurierenden Segment zurückhaltender geworden sind oder bereits auf die angekündigte Veränderung reagieren.
Der aus Anlegersicht wichtigste Punkt des gesamten Berichts ist die angekündigte Verschmelzung des Fonds zum 28.02.2026 auf den „Global Tech Favourites“. Das ist ein wesentlicher Einschnitt. Der bisherige Fonds war breit über verschiedene Branchen und defensive Qualitätsunternehmen gestreut. Die Verschmelzung in einen Technologiefonds bedeutet strategisch sehr wahrscheinlich eine engere Sektorallokation, höhere Abhängigkeit von Tech-Bewertungen und tendenziell mehr Volatilität. Für bestehende Anleger ist das entscheidend: Wer den Fonds wegen seines breiten globalen Qualitäts- und Value-Ansatzes gekauft hat, bekommt künftig offenbar ein anderes Risikoprofil. Das kann die bisherige Investmentthese verändern.
Die Risikodarstellung im Bericht ist sachlich und nachvollziehbar. Besonders relevant bleiben Aktienmarktrisiken, Währungsrisiken und die allgemein erhöhte Unsicherheit durch geopolitische Spannungen, Handelspolitik und geldpolitische Entscheidungen. Da der Fonds international investiert und erhebliche USD-, CHF-, GBP- und andere Fremdwährungspositionen hält, ist das Währungsrisiko real und kann die Rendite für Euro-Anleger spürbar beeinflussen.
Unterm Strich ist der Global Favourites im Berichtsjahr ein solide gemanagter, klar aktienorientierter Qualitätsfonds mit vernünftiger Diversifikation und positiver Wertentwicklung. Aus Anlegersicht werden diese Stärken jedoch durch drei Punkte relativiert: erstens die hohe Kostenbelastung, zweitens die Abhängigkeit der Erträge von Kursgewinnen statt laufenden Erträgen und drittens die bevorstehende Verschmelzung, die das bisherige Fondsprofil grundlegend verändert. Für Bestandsanleger ist daher weniger die rückblickende Jahresperformance die Kernfrage, sondern ob sie auch nach der Fusion noch in ein Produkt investiert sein wollen, das zu ihren ursprünglichen Anlagezielen passt.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds war 2025 ordentlich, aber nicht außergewöhnlich. Für Anleger, die einen aktiv gemanagten, globalen Qualitätsaktienfonds gesucht haben, war das Produkt bislang nachvollziehbar. Durch die hohe Gebührenstruktur und die anstehende Verschmelzung in einen Technologiefonds ist jetzt jedoch eine kritische Neubewertung angebracht. Wer Stabilität, breite Streuung und moderates Risikoprofil gesucht hat, sollte die Fusion besonders aufmerksam prüfen. Wer dagegen gezielt auf eine stärkere Technologieausrichtung setzen möchte, könnte darin auch eine Chance sehen.