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RM Select Invest Global 2025: Solide Rendite, defensive Puffer – aber mit spürbarer Kosten- und Strukturkomplexität

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2024/25 ein insgesamt ordentliches, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr eine Wertentwicklung von 9,00 %, während die ausgewiesene Volatilität mit 6,74 % moderat blieb. Das spricht zunächst für ein gelungenes Verhältnis von Rendite und Schwankung, vor allem für Investoren, die keinen aggressiven reinen Aktienfonds suchen, sondern eine breiter diversifizierte Multi-Asset-Lösung mit Fokus auf Kapitalerhalt und angemessenen Ertrag.

Positiv fällt auf, dass der Fonds seine Verlustrisiken im Berichtsjahr gut begrenzt hat. Der laufende maximale Rückgang im Jahr war mit einem Drawdown von -0,85 % sehr niedrig, der maximale Drawdown lag bei -9,97 %. Für einen global ausgerichteten Mischfonds ist das ein brauchbarer Wert. Gleichzeitig zeigen die Monatszahlen mit 7 positiven und 5 negativen Monaten, dass die Entwicklung nicht nur von einem Einmaleffekt getragen war, sondern über das Jahr hinweg relativ stabil verlief.

Die Portfoliostruktur ist stark fondsbasiert. Rund 76,9 % des Vermögens lagen zum Stichtag in Investmentfonds, hinzu kamen 11,6 % Geldmarktfonds und 11,7 % Bankguthaben. Das bedeutet: Der Fonds war zum Jahresende relativ vorsichtig positioniert, mit einem hohen Liquiditäts- und Geldmarktanteil von zusammen gut 23 %. Das reduziert Schwankungen und schafft Flexibilität, bremst aber in stark steigenden Aktienmärkten auch das Aufwärtspotenzial. Für sicherheitsorientierte Anleger ist das eher positiv, für chancenorientierte Anleger შეიძლება es etwas defensiv wirken.

Inhaltlich ist der Fonds breit diversifiziert, allerdings nicht immer stringent. Neben klassischen Aktien- und Rentenbausteinen finden sich auch spezielle Themen und Stilbausteine wie Equal Weight, Value, Small Caps, Greater China, Asien, Healthcare, Defence und sogar ein kleiner Anteil am BIT Global Crypto Leaders. Das zeigt aktives Management und den Versuch, verschiedene Renditequellen zu kombinieren. Gleichzeitig erhöht diese Vielfalt die Komplexität. Anleger müssen darauf vertrauen, dass das Fondsmanagement die vielen Einzelbausteine sinnvoll steuert. Der Fonds ist also kein simples Kerninvestment, sondern eher ein aktiv gemanagtes Dachfondskonzept mit taktischen Einschlägen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kostenbelastung. Die ausgewiesene Total Expense Ratio von 2,48 % ist aus Anlegersicht hoch. Gerade weil der Fonds überwiegend in Zielfonds investiert, entsteht eine doppelte Kostenschicht: auf Ebene des Dachfonds und teilweise zusätzlich auf Ebene der gehaltenen Fonds. Das schmälert die Nettorendite erheblich. Dass das ordentliche Nettoergebnis mit -257.625,80 Euro negativ war, zeigt, dass laufende Erträge die Kosten nicht decken konnten. Das positive Jahresergebnis von knapp 2,0 Mio. Euro kam fast vollständig aus nicht realisierten Bewertungsgewinnen. Anders gesagt: Die Performance war marktabhängig, nicht durch einen starken laufenden Ertragsüberschuss unterfüttert.

Auch bei den realisierten Veräußerungsergebnissen zeigt sich kein starkes Bild: netto standen -6.276,70 Euro aus Verkäufen. Das ist zwar kein gravierender Verlust, aber es zeigt, dass der Mehrwert des aktiven Umschichtens im Berichtsjahr nicht besonders deutlich sichtbar war. Das Fondsmanagement hat zwar Positionen angepasst, doch der eigentliche Ergebnisbeitrag kam aus dem Halten bereits investierter Positionen und der Marktwertsteigerung.

Auf der Risikoseite ist der Bericht transparent. Neben allgemeinen Marktpreisrisiken bestehen Zinsänderungs-, Liquiditäts-, Währungs- und Zielfondsrisiken. Besonders relevant ist das indirekte Währungsrisiko, da ein Teil der Fondspositionen in US-Dollar bzw. norwegischen Kronen notiert. Die direkte Fremdwährungsexponierung erscheint begrenzt, aber die indirekten Währungseinflüsse über internationale Fonds sind deutlich wichtiger. Positiv ist, dass Derivate faktisch keine Rolle spielten; das Exposure aus Derivaten lag bei 0,00 Euro. Das macht das Risikoprofil transparenter und reduziert die Gefahr versteckter Hebelwirkungen.

Kritisch sehen kann man aus Investorensicht zudem, dass der Fonds zwar einen Kapitalerhalt anstrebt, aber gleichzeitig in vielen spezialisierten Aktienfonds investiert ist. Das kann in Stressphasen zu einer höheren Korrelation der Bausteine führen, als die breite Streuung zunächst vermuten lässt. Die hohe Quote an Aktien- und Themenfonds macht den Fonds nicht defensiv im klassischen Sinne, sondern eher kontrolliert offensiv mit Liquiditätspuffer.

Die Entwicklung über mehrere Jahre ist insgesamt ordentlich: Der Anteilwert stieg von 11,87 Euro (2023) auf 13,07 Euro (2024) und nun auf 14,04 Euro (2025). Gegenüber 2022 mit 12,25 Euro ist ebenfalls ein Aufwärtstrend erkennbar, nachdem das Fondsvermögen zwischenzeitlich zurückgegangen war. Das zeigt eine gewisse Erholung und Stabilisierung, allerdings ohne Hinweis auf eine außergewöhnliche Überrendite.

Unterm Strich ist der RM Select Invest Global aus Anlegersicht ein solider, aktiv gemanagter vermögensverwaltender Fonds, der 2024/25 mit guter Risikokontrolle und ansprechender Wertentwicklung überzeugt hat. Die größten Schwächen sind jedoch die hohe Kostenquote, die komplexe Dachfondsstruktur und die Tatsache, dass der Ertrag stark von Marktwertsteigerungen statt von robusten laufenden Erträgen abhängt. Für Anleger, die eine aktiv gesteuerte, breit gestreute Lösung mit defensiven Puffern suchen, kann der Fonds interessant sein. Wer jedoch besonders auf Kosten-Effizienz, Transparenz und schlanke Strukturen achtet, dürfte günstigere Alternativen finden.

Mein Fazit aus Anlegersicht: gute Stabilität und ordentliche Jahresperformance, aber der Preis dafür ist hoch. Wenn das Management auch künftig Mehrwert liefert und Abschwungphasen gut abfedert, lässt sich das teilweise rechtfertigen. Bleibt die Outperformance jedoch aus, wird die Kostenlast zum entscheidenden Nachteil.

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