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rezooM RISING MARKETS (Axxion S.A.) – Investorensicht: aktiver EM-Small/Mid-Cap-Fonds mit solider Wertentwicklung, aber hoher Kosten- und Risikoprämie
Windpark Jatzke: Gewinn vorhanden – doch hohe Entnahmen drücken das Eigenkapital

rezooM RISING MARKETS (Axxion S.A.) – Investorensicht: aktiver EM-Small/Mid-Cap-Fonds mit solider Wertentwicklung, aber hoher Kosten- und Risikoprämie

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit (was ein Anleger sofort wissen will)

Der Fonds ist ein aktiv gemanagter Emerging-Markets-Aktienfonds ohne festen Benchmark-Bezug, mit klarer Small-/Mid-Cap-Ausrichtung und Artikel-8-ESG-Profil. Im Berichtszeitraum 13.05.2024 bis 30.11.2025 erzielte er eine positive Wertentwicklung von ca. +7,35% bis +8,10% (je nach Anteilklasse). Gleichzeitig ist das Produkt kostenintensiv (OCF bis 2,97%) und trägt typische EM-Risiken (Währung, Politik, Liquidität) – verstärkt durch die Nebenwerte-Fokussierung.

2) Produktprofil & Strategie: „diskretionär“, flexibel, ohne Benchmark-Fesseln

Kein Indexfonds, kein festes Vergleichsmaß: Die KVG betont, dass weder ein Index abgebildet wird noch ein Vergleichsmaßstab bindend ist. Das erhöht die Freiheit – aber auch die Verantwortung: Als Anleger müssen Sie stärker auf Prozess, Risikokontrolle, Kosten und Konsistenz achten.

Anlagefokus: Emerging Markets, explizit 2. und 3. Reihe (Small-/MidCaps), um „Fehlbewertungen“ und Gewinnwachstumstreiber zu nutzen.

Allokation: „flexible Allokation in Aktien und Kasse“, praktisch aber sehr aktienlastig (siehe unten).

Derivate: laut Bericht nur zur Absicherung.

Einordnung aus Anlegersicht:
Das ist ein Fonds, der „Alpha“ liefern will (aktive Auswahl, Nebenwerte, ESG-Filter). Dafür akzeptieren Sie: höhere Schwankungen, höhere Tracking-Abweichung gegenüber Standard-EM-Indizes und höhere Kosten.

3) Vermögensentwicklung & Mittelbewegungen: starkes Wachstum – Fonds skaliert

Fondsvermögen gesamt

30.11.2024: 10,13 Mio. EUR

30.11.2025: 15,08 Mio. EUR
→ Zuwachs um rund 4,95 Mio. EUR bzw. ~49% (hauptsächlich durch Mittelzuflüsse und positive Bewertung).

Mittelzuflüsse nach Anteilklassen (01.12.2024–30.11.2025)

I: +158 Tsd. EUR netto (keine Rücknahmen)

R: +2,50 Mio. EUR netto (Zuflüsse 3,28 Mio., Rücknahmen 0,78 Mio.)

S: +1,26 Mio. EUR netto (Zuflüsse 1,61 Mio., Rücknahmen 0,35 Mio.)

Interpretation: Der Fonds gewinnt Anlegergeld, auch in der breiten Retail-Tranche (R/S). Wachstum ist positiv (Skalierung), kann bei Small-/Mid-Caps aber auch Liquiditätsmanagement anspruchsvoller machen.

4) Portfolio-Check: sehr hohe Aktienquote, breit gestreut – aber EM-typische Klumpenrisiken bleiben

Struktur zum 30.11.2025

Aktien: 97,45%

Bankguthaben: 3,04%

Sonstige VG: 0,13%

Verbindlichkeiten: –0,62%

Zusätzlich: nichtnotierte Aktien 1,16% (kleiner, aber relevant für Liquiditäts-/Bewertungsrisiko)

Regional grob (aus Vermögensübersicht)

Nicht-EU/EWR-Länder: ~86,96% der Aktien

EU/EWR + Deutschland: Rest

Sektorallokation (ESG-Anhang, Durchschnittswerte im Zeitraum)

Finanzwesen 25,12% (Banken/Versicherungen jeweils ~9,64%)

Gebrauchsgüter 16,60%

Technologie 13,95%

Kommunikation 11,03%

Industrie 11,57%

Gesundheitswesen 8,42%

Energie 2,28% (davon erneuerbar ausgewiesen)

Versorgung 1,79%

Rohstoffe 1,32%

Fossile Brennstoffe werden mit 1,79% ausgewiesen (als Sektorhinweis: nicht „0“)

Top-Positionen (Anhang – größte Investitionen, Durchschnitt)
Xiaomi, Prosus, Hongkong Exchange, China Life, Totvs, MercadoLibre, Anta Sports, OUTsurance u.a. – auffällig ist ein Mix aus Asien + LatAm + Afrika, nicht nur „China Tech“.

Anlegerimplikation:
Breite Einzeltitelstreuung (viele Positionen meist um 0,5–2,5%) reduziert Single-Name-Risiko. Gleichzeitig bleiben EM-Klumpen (Währungen, Politik/Regulierung, Marktliquidität) – und die Small-/Mid-Caps können in Stressphasen deutlich schlechter handelbar sein.

5) Performance: positiv, aber Beurteilung ohne Benchmark nur eingeschränkt

Wertentwicklung (BVI-Methode)

Anteilklasse I: +8,10%

Anteilklasse R: +7,57%

Anteilklasse S: +7,35%
(jeweils 13.05.2024 bis 30.11.2025)

NAV-Entwicklung (Vergleichende Übersicht)

I: 97,33 → 105,21

R: 97,03 → 104,38

S: 97,02 → 104,15

Wichtig: Der Bericht sagt ausdrücklich: kein festgelegter Vergleichsmaßstab. Im Derivate-Anhang wird aber für VaR-Zwecke ein Vergleichsvermögen = FTSE Emerging Index TR (USD) genannt. Das ist kein offizieller Benchmark, aber als Anleger können Sie ihn gedanklich als „Marktproxy“ nutzen.

Interpretation:
Die Rendite ist ordentlich, aber ohne klare Benchmark bleibt offen:

Wie viel davon kommt aus Marktbewegung EM vs. Stock-Picking?

Wie hoch war die Volatilität im Vergleich zu Standard-EM?
Der Bericht liefert dazu keine Kennzahlen (z. B. Volatilität, Max Drawdown, Tracking Error).

6) Ergebnisquellen: Kursgewinne tragen, laufender Ertrag eher schwach – Kosten drücken

Die Ertrags- und Aufwandsrechnungen zeigen:

Ordentlicher Nettoertrag ist in allen Klassen negativ (Erträge aus Dividenden/Zinsen reichen nicht, um Gebühren & Kosten zu decken).

Das Jahresergebnis entsteht primär über (un)realisierte Kursbewegungen.

Das ist typisch für Aktienfonds – aber es zeigt auch: Die Kostenhürde ist hoch. Der Fonds muss zunächst genug Bruttorendite erzielen, um nach Kosten attraktiv zu bleiben.

7) Kosten: der zentrale Prüfpunkt – OCF/TER hoch, Performance-Fee-Darstellung wirkt erklärungsbedürftig

Kostenquoten

OCF: I 2,23% | R 2,66% | S 2,97%

TER: I 1,84% | R 2,37% | S 2,53%

Das Niveau ist – gerade für EM-Aktien – oben im Spektrum. Zudem:

Im Kostenblock der GuV taucht „davon Performance Fee“ mit Beträgen auf (z. B. I: 945,02 EUR; R: 6.188,52 EUR; S: 46.666,33 EUR).

Später heißt es jedoch: „Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist keine Performance Fee angefallen.“

Anlegersicht: Das ist mindestens missverständlich. Entweder handelt es sich um eine buchhalterische Abgrenzung/Mechanik, die am Ende neutralisiert wurde, oder die Textaussage ist zu pauschal. Für eine Anlageentscheidung wäre hier wichtig:

Unter welchen Bedingungen fällt eine Performance Fee an?

Wurde sie im Zeitraum wirtschaftlich belastet oder nicht?

Zusätzlich: Ausgabeaufschlag „bis 5%“ (aktuell je Klasse unterschiedlich) kann – falls erhoben – die Kurzfrist-Rendite stark beeinträchtigen.

8) Risiko & Risikosteuerung: EM-Standardrisiken plus Nebenwerte-Liquidität

Der Bericht listet die wesentlichen Risiken umfassend. Aus Investorensicht sind die wichtigsten Treiber:

Währungsrisiko (viele Fremdwährungen, Umrechnung per Bloomberg Fixing)

Markt-/Politikrisiko EM (China/USA-Handelspolitik, geopolitische Spannungen)

Liquiditätsrisiko (Small-/Mid-Caps, zusätzlich 1,16% unnotiert)

Operationelle/Verwahrrisiken

Kontrahentenrisiken (bei OTC-Geschäften, auch wenn Derivate „nur zur Absicherung“)

VaR/Derivate-Rahmen (Anhang)

VaR-Ansatz: historische Simulation, 99% Konfidenz, 20 Tage Haltedauer, 52 Wochen Historie

„Potentieller Risikobetrag“ lag zwischen 86,69% und 127,27% (durchschnittlich 107,35%) relativ zum Vergleichsvermögen

„Durchschnittlicher Umfang des Leverage … 100,93“ (wirkt wie ein Kennwert nahe 100% – sollte man im Kontext der DerivateV-Definition lesen, ist aber kein „Hebel 100x“ im Alltagssinn)

Einordnung: Risikobericht ist formal solide (inkl. PwC-Prüfungsvermerk). Für Anleger fehlt aber eine leicht verständliche Risikokennzahlen-Darstellung (Volatilität, Drawdowns).

9) ESG/SFDR: Artikel-8, hohe E/S-Quote – aber Taxonomie bleibt 0%

Klassifizierung: SFDR Artikel 8

97,45% der Vermögenswerte weisen nach Axxion-Definition ökologische/soziale Merkmale auf.

Nachhaltige Investitionen: 15,02% (8,43% Umweltziel, 6,59% soziales Ziel)

EU-Taxonomie-Quote: 0,00%

Positiv: klare Ausschlüsse (u. a. Kohle, Tabak, kontroverse Waffen, Rüstung >5%, UNGC-Verstöße), und die KVG positioniert sich ausdrücklich gegen „Verwässerung“/Greenwashing bei Rüstung.

Anlegersicht:
Wenn Ihnen „ESG-Merkmale“ wichtig sind, wirkt der Rahmen stringent. Wenn Sie explizit Taxonomie-Alignment suchen, liefert der Fonds aktuell keinen Beitrag.

10) Für wen passt der Fonds – und was wären die entscheidenden Prüf-Fragen?

Passt tendenziell für Anleger, die…

langfristig investieren (mind. 5–7 Jahre),

EM-Risiko und Nebenwerte-Volatilität aushalten,

aktives Management und ESG-Filter bewusst wollen,

bereit sind, hohe laufende Kosten zu akzeptieren.

Kritische Fragen vor Kauf

Wie genau ist die Performance Fee geregelt – und warum weicht die Textaussage von der GuV-Darstellung ab?

Wie hoch ist die Portfolioumschlagshäufigkeit (Transaktionskosten sind separat erwähnt, aber eine Turnover-Kennzahl fehlt)?

Wie misst das Management „Erfolg“ ohne Benchmark (und wie kommuniziert es Alpha vs. Beta)?

Wie wird Liquidität in Stressphasen gemanagt (Small-/Mid-Caps, unnotierte Titel)?

Gesamturteil

Der rezooM RISING MARKETS zeigt im Berichtszeitraum eine ordentliche positive Wertentwicklung bei sehr hoher Aktienquote und klarer EM-Nebenwerte-Strategie. Aus Anlegersicht ist das Chancenprofil attraktiv, wenn man an aktives Stock-Picking in EM-Small/Mid-Caps glaubt. Der Preis dafür ist hoch: Kostenquote, EM-Währungs-/Politikrisiken und Liquiditätsrisiko. Besonders die Kosten- und Performance-Fee-Transparenz sollte man vor einer Investition sauber klären.

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