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Toronto: Mann erschleicht sich mit gefälschtem Pilotenausweis Hunderte Gratisflüge

Ein spektakulärer Betrugsfall sorgt derzeit in den USA und Kanada für Aufsehen: Ein Mann aus Toronto soll sich über Jahre hinweg als Pilot und Flugbegleiter ausgegeben haben, um kostenlos mit verschiedenen US-Fluggesellschaften zu reisen. Die Geschichte erinnert auffallend an den Hollywood-Film Catch Me If You Can – nur dass sie diesmal real ist.

Nach Angaben der US-Justiz handelt es sich bei dem Beschuldigten um den 33-jährigen Dallas Pokornik. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2020 und 2024 mithilfe eines gefälschten Mitarbeiterausweises Hunderte kostenlose Flüge erschlichen zu haben. Pokornik soll sich dabei als aktiver Mitarbeiter verschiedener Fluglinien ausgegeben haben, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bei keiner Airline angestellt war.

Laut Gerichtsunterlagen hatte Pokornik zwar tatsächlich zwischen 2017 und 2019 als Flugbegleiter für eine kanadische Airline gearbeitet. Diese frühere Tätigkeit nutzte er den Ermittlern zufolge, um sich glaubwürdig als Airline-Mitarbeiter auszugeben. Mit einem manipulierten Ausweis soll er anschließend Flugprivilegien in Anspruch genommen haben, die eigentlich nur Piloten und Kabinenpersonal vorbehalten sind.

Besonders brisant: In mindestens einem Fall soll Pokornik sogar darum gebeten haben, im sogenannten „Jump Seat“ im Cockpit Platz zu nehmen – einem Sitz, der ausschließlich ausgebildeten und lizenzierten Piloten zur Verfügung steht. Ob er diesen Platz tatsächlich jemals nutzen durfte, ist bislang unklar. Fest steht jedoch, dass er weder Pilot war noch über ein entsprechendes Flugzeugführerzeugnis verfügte.

Die betroffenen US-Fluggesellschaften werden in der Anklageschrift nicht namentlich genannt. Sie sollen jedoch ihren Hauptsitz in Honolulu, Chicago und Fort Worth im Bundesstaat Texas haben. Der finanzielle Schaden ergibt sich aus den reservierten, aber nicht bezahlten Flügen, die eigentlich für legitime Crewmitglieder vorgesehen waren.

Pokornik wurde zunächst in Panama festgenommen und anschließend in die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Dort muss er sich nun wegen mehrfachen Betrugs mittels elektronischer Kommunikation (Wire Fraud) vor Gericht verantworten. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von maximal 250.000 US-Dollar.

Der Fall wirft erneut Fragen zur Sicherheit und Kontrolle von Mitarbeiterausweisen in der Luftfahrtbranche auf. Die BBC hat Pokorniks Anwalt um eine Stellungnahme gebeten; bislang liegt jedoch keine Antwort vor. Die Ermittlungen dauern an.

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