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Leben mit Schmerzen und Hoffnung – Phil Collins spricht offen über seine schwere Krankheit

EyeCandyDesignz (CC0), Pixabay

Die Bühne hat er verlassen, der Applaus ist verklungen – geblieben ist ein Alltag, der für Phil Collins von Krankheit, Schmerzen und Geduld geprägt ist. Kurz vor seinem 75. Geburtstag hat die Musiklegende erstmals in aller Offenheit darüber gesprochen, wie sehr ihn die vergangenen Jahre gesundheitlich gezeichnet haben. Der frühere Genesis-Sänger und Schlagzeuger benötigt inzwischen eine 24-Stunden-Betreuung.

Im März 2022 verabschiedete sich Phil Collins endgültig vom Live-Publikum. Bei der „The Last Domino?“-Tour konnte er nur noch im Sitzen auftreten, die Kräfte reichten nicht mehr aus. Heute lebt der gebürtige Brite in der Schweiz – und wird rund um die Uhr von einer Krankenschwester versorgt. „Es ist ein andauerndes Problem“, erklärte Collins in einem BBC-Podcast. Seine Pflegekraft achte darauf, dass er seine Medikamente regelmäßig einnehme. „Alles, was schiefgehen konnte, ist schiefgegangen“, fasste er seine Situation nüchtern zusammen.

Besonders schwer zu schaffen machten dem Musiker massive Knieprobleme. Fünf Operationen musste er über sich ergehen lassen, lange Zeit verbrachte er in Krankenhäusern. Zwar sei das Knie inzwischen wieder funktionsfähig, doch gehen könne er nur noch mit Krücken. Der Traum, nach dem Abschied von der Bühne endlich ein unbeschwertes Leben zu führen, habe sich damit nicht erfüllt. „Ich dachte, jetzt kann ich all die Dinge tun, für die früher keine Zeit war“, sagte Collins. Stattdessen folgten Monate zwischen Klinikzimmern und Reha.

Doch die Knie waren nicht das einzige gesundheitliche Drama. Collins berichtet von einer Infektion mit Covid im Krankenhaus, von beginnendem Nierenversagen und weiteren schweren Komplikationen. „Die letzten Jahre waren schwierig, interessant und frustrierend“, beschreibt er diese Zeit. Alles habe sich überlagert, nichts sei isoliert aufgetreten.

Auch persönliche Versäumnisse holten ihn ein. Offen räumte der Musiker ein, über Jahre hinweg zu viel Alkohol konsumiert zu haben – mit gravierenden Folgen. Die Nierenprobleme und eine schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung führt er selbst darauf zurück. Seit zwei Jahren lebt Phil Collins nun abstinent. Ein Schritt, der ihm wichtig ist, auch wenn er die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann.

Trotz all dieser Rückschläge hat sich Collins seinen Humor und einen Rest Optimismus bewahrt. „Ich bin noch nicht tot“, sagt er mit einem Anflug von Ironie. Sein Wunsch sei es, wieder mobiler und gesünder zu werden. Und vielleicht, so lässt er durchblicken, kehrt er sogar noch einmal ins Tonstudio zurück. Unvollendete Stücke gebe es genug, und die Neugier auf Musik sei nicht verschwunden. „Sag niemals nie“, meint Collins – und klingt dabei wie ein Künstler, der trotz aller körperlichen Grenzen innerlich noch lange nicht abgeschlossen hat.

Das Bild des einst energiegeladenen Schlagzeugers hat sich verändert. Doch Phil Collins zeigt sich heute verletzlich, ehrlich und kämpferisch zugleich – als Mensch, der gelernt hat, mit dem Verlust von Kraft umzugehen, ohne die Hoffnung ganz aufzugeben.

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