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Solide Risikosteuerung, aber verpasste Marktchancen – Der AIRC BEST OF U.S. im anspruchsvollen Marktumfeld 2024/25

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Fonds AIRC BEST OF U.S. für das Geschäftsjahr vom 01.10.2024 bis 30.09.2025 zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes Bild: Einerseits bestätigt sich der defensive Charakter und das konsequente Risikomanagement der Strategie, andererseits blieb die Wertentwicklung deutlich hinter der langfristigen Ertragserwartung und dem Vorjahr zurück.

1. Marktumfeld und Fondsstrategie

Der Berichtszeitraum war geprägt von außergewöhnlich hoher politischer und makroökonomischer Unsicherheit. Die US-Wahlen, die überraschend rasche Einführung umfassender Zölle sowie steigende US-Renditen führten im Frühjahr 2025 zu einem abrupten Markteinbruch von über 20 % im S&P 500. Die fondsinterne Trendfolgestrategie reagierte darauf regelkonform mit einer drastischen Reduzierung der Aktienquote auf unter 10 %.
Aus Anlegersicht ist positiv hervorzuheben, dass der Fonds damit größere Verluste in der akuten Krisenphase vermeiden konnte. Die Strategie erfüllte somit ihren Anspruch, Kapital in Stressphasen zu schützen.

2. Performance und Timing-Risiken

Die Kehrseite dieser defensiven Steuerung zeigte sich jedoch in der anschließenden Markterholung. Nach der Aussetzung der Zölle erholten sich die US-Aktienmärkte sehr schnell. Zwar erhöhte das Management die Aktienquote wieder zügig auf über 50 %, dennoch entstand eine Performancelücke, die bis zum Ende des Geschäftsjahres nicht mehr geschlossen werden konnte.
Die Wertentwicklung fiel entsprechend schwach aus:

USD-Anteilklasse: +0,79 % (Vorjahr: +23,20 %)

EUR-Anteilklasse: −0,98 % (Vorjahr: +21,15 %)

R-Anteilklasse: +4,27 % (verkürzter Berichtszeitraum)

Für Anleger wird hier ein zentrales strukturelles Risiko der Trendfolgestrategie sichtbar: In V-förmigen Erholungen führt defensives Positionieren häufig zu einer Unterperformance gegenüber dem Markt.

3. Währungs- und Kostenaspekte

Der starke Euro gegenüber dem US-Dollar belastete zusätzlich die Performance aus Sicht europäischer Investoren. Zwar reduzierte die Währungssicherung in der EUR-Anteilklasse das Wechselkursrisiko, sie führte jedoch aufgrund der Zinsdifferenz zu einem zusätzlichen Renditeverzicht.
Positiv ist die transparente Kostenstruktur zu bewerten. Die TER liegt bei 1,00 % (USD) bzw. 1,60 % (EUR), was im Kontext eines aktiv gemanagten, derivativen Ansatzes marktüblich ist. Die neu aufgelegte R-Tranche weist eine performanceabhängige Vergütung auf, was die Interessen von Management und Anlegern stärker angleicht.

4. Portfolioqualität und Risikoprofil

Das Aktienportfolio ist breit diversifiziert und fokussiert sich auf große, liquide US-Unternehmen aus Technologie, Industrie, Konsum und Gesundheitswesen. Der ergänzende Einsatz von Index- und Zinsfutures erhöht temporär den Leverage, blieb jedoch laut Bericht innerhalb der regulatorischen Grenzen.
Aus Anlegersicht spricht dies für ein professionelles Risikomanagement, auch wenn das Marktrisiko in extremen Phasen kurzfristig über 100 % des Fondsvermögens betragen kann.

5. Gesamturteil aus Anlegersicht

Der AIRC BEST OF U.S. hat im Berichtsjahr seine Rolle als defensiv ausgerichteter, trendfolgender Fonds bestätigt. Anleger profitieren von einem systematischen Risikomanagement und hoher Transparenz, müssen jedoch akzeptieren, dass in schnell drehenden Märkten erhebliche Opportunitätskosten entstehen können.

Für langfristig orientierte Investoren mit Fokus auf Kapitalerhalt und reduzierter Volatilität kann der Fonds weiterhin eine sinnvolle Beimischung sein. Renditeorientierte Anleger, die eine möglichst vollständige Partizipation an dynamischen Aktienmarktphasen erwarten, dürften mit der Entwicklung des Geschäftsjahres 2024/25 hingegen unzufrieden sein.

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