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Freispruch nach Uvalde-Schulmassaker: Ex-Polizist von allen Anklagen entlastet

Ein Gericht im US-Bundesstaat Texas hat einen ehemaligen Schulpolizisten im Zusammenhang mit dem tödlichen Amoklauf an der Robb Elementary School in Uvalde freigesprochen. Die Jury sprach Adrian Gonzales, früherer Beamter der Schulpolizei des Bezirks Uvalde, von sämtlichen 29 Anklagepunkten wegen Kindesgefährdung frei. Die Vorwürfe bezogen sich auf sein Verhalten während des Polizeieinsatzes am 24. Mai 2022, als ein 18-jähriger Schütze 19 Kinder und zwei Lehrkräfte tötete.

Gonzales gehörte zu den ersten Einsatzkräften, die kurz nach Beginn der Schüsse an der Schule eintrafen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, in den entscheidenden ersten Minuten nicht ausreichend eingegriffen und den Täter nicht unmittelbar konfrontiert zu haben. Dadurch habe er es versäumt, Kinder zu schützen und verletzte Opfer rechtzeitig zu retten. Gonzales selbst bekannte sich von Beginn an nicht schuldig und entschied sich während des zweiwöchigen Prozesses, nicht selbst auszusagen.

Nach rund sieben Stunden Beratung kam die Jury zu dem Schluss, dass die strafrechtlichen Voraussetzungen für eine Verurteilung nicht erfüllt seien. In seinem Schlussplädoyer hatte der Sonderstaatsanwalt Bill Turner argumentiert, ein Polizeibeamter dürfe in einer solchen Situation nicht untätig bleiben. Die Verteidigung hingegen betonte, Gonzales werde zum Sündenbock für ein kollektives Versagen der Behörden gemacht. Sein Anwalt Jason Goss erklärte, man versuche, ihm die Schuld und den Schmerz eines nationalen Traumas aufzubürden.

Die Reaktionen im Gerichtssaal waren emotional. Angehörige der getöteten Kinder brachen nach der Urteilsverkündung in Tränen aus. Gonzales selbst senkte den Kopf und zeigte sichtlich emotionale Regungen. Der zuständige Richter Sid Harle dankte den Geschworenen für ihren Dienst und schloss die Sitzung kurz darauf.

Der Freispruch beendet jedoch nicht die juristische Aufarbeitung des Polizeieinsatzes. Auch der damalige Leiter der Schulpolizei, Pete Arredondo, sieht sich weiterhin strafrechtlichen Vorwürfen ausgesetzt. Sein Verfahren hat bislang noch nicht begonnen. Zudem hatte ein Bericht des US-Justizministeriums das Vorgehen der Sicherheitskräfte in Uvalde scharf kritisiert und von einem „systemischen Versagen“ gesprochen.

Das Massaker von Uvalde zählt zu den schwersten Schulschießereien in der Geschichte der USA und hat landesweit eine erneute Debatte über Waffengesetze, Polizeitaktiken und Verantwortlichkeit ausgelöst. Der aktuelle Freispruch dürfte diese Diskussionen weiter anheizen – insbesondere bei den Hinterbliebenen, für die juristische Entscheidungen den Verlust ihrer Kinder nicht lindern können.

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