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Gewaltkriminalität in den USA auf historischem Tiefstand: Warum die Mordrate 2025 stark gesunken ist

Die Gewaltkriminalität in den USA ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Tötungsdelikten: Experten gehen davon aus, dass die landesweite Mordrate auf den niedrigsten Stand seit mehr als 100 Jahren gefallen ist. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Council on Criminal Justice (CCJ) hervor, einer parteiunabhängigen Denkfabrik, die Kriminalitätsdaten aus großen US-Städten ausgewertet hat.

Laut dem Bericht sank die Zahl der Tötungsdelikte in 35 großen Städten zwischen 2024 und 2025 um rund 21 Prozent. Sollte sich dieser Trend in den noch ausstehenden FBI-Daten bestätigen, würde die Mordrate in den gesamten USA bei etwa vier Fällen pro 100.000 Einwohner liegen. Das wäre nicht nur der niedrigste Wert seit dem Jahr 1900, sondern auch der stärkste prozentuale Rückgang innerhalb eines einzigen Jahres.

Historisch betrachtet war die Gewaltkriminalität in den USA seit den 1990er-Jahren tendenziell rückläufig. Nach einem deutlichen Anstieg während der COVID-19-Pandemie, der 2021 seinen Höhepunkt erreichte, setzt nun offenbar eine nachhaltige Erholung ein. Forschende verweisen jedoch darauf, dass die Ursachen für diesen Rückgang komplex sind und sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren lassen.

„Wir erleben gleichzeitig Veränderungen in der Strafjustiz, technologische Fortschritte in der Verbrechensbekämpfung sowie tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Umbrüche“, erklärte Adam Gelb, Präsident des Council on Criminal Justice. Es sei daher schwierig, eindeutig zu bestimmen, welche Maßnahmen den größten Einfluss gehabt hätten.

Untersucht wurden insgesamt 13 Deliktarten, darunter Raub, Carjacking und Schusswaffengewalt, in Städten unterschiedlicher Größe – von kleineren Kommunen bis hin zu Metropolen wie New York City. Die meisten Gewaltverbrechen gingen zurück, während Drogendelikte zunahmen und die Zahl der Sexualdelikte weitgehend stabil blieb. Auch viele nicht-gewalttätige Straftaten wie Ladendiebstahl nahmen ab. Lediglich Autodiebstähle und Einbrüche in Geschäftsgebäude lagen noch über dem Niveau von 2019.

Besonders bemerkenswert ist, dass Städte mit zuvor hohen Mordraten die größten Rückgänge verzeichneten. Washington, D.C., wo zur Kriminalitätsbekämpfung zeitweise die Nationalgarde eingesetzt wurde, gehörte zu den Städten mit dem stärksten Rückgang. Nur drei der untersuchten Städte meldeten steigende Zahlen.

Trotz der positiven Entwicklung mahnen Experten zur Vorsicht. Gewalt sei ein komplexes, schwer vorhersehbares Phänomen, betont der Soziologe Patrick Sharkey von der Princeton University. Auch künftig seien fundierte Analysen nötig, um belastbar beurteilen zu können, welche politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen tatsächlich wirken.

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