Ein 19-jähriger McDonald’s-Mitarbeiter aus dem US-Bundesstaat Texas steht im Mittelpunkt eines Betrugsfalls, der aktuell für Aufsehen sorgt. Nach Angaben der Polizei soll der junge Mann Kunden systematisch doppelt belastet haben, indem er deren Kreditkartendaten missbrauchte. Der Vorfall ereignete sich in der Kleinstadt Poolville, rund 60 Kilometer westlich von Dallas.
Wie die Polizeibehörde von Springtown mitteilte, wurde Giovanni Primo Blount am Sonntag, dem 18. Januar, festgenommen. Er arbeitete zu diesem Zeitpunkt in einer örtlichen McDonald’s-Filiale. Die Ermittler werfen ihm vor, Kunden zunächst regulär für ihre Bestellung an der Kasse abgerechnet zu haben. Anschließend soll er die Kreditkarten der Kunden ein weiteres Mal an ein privates Gerät gehalten haben, um unbemerkt zusätzliche Beträge abzubuchen.
Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei um Zusatzbeträge zwischen 10 und 20 US-Dollar pro Transaktion. Das Geld sei direkt auf ein Konto geflossen, das unter der Kontrolle des Beschuldigten stand. Insgesamt soll sich der mutmaßliche Schaden auf rund 680 US-Dollar belaufen. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass mehr als 50 Fälle von unrechtmäßiger Nutzung oder Besitz von Identifikationsdaten vorliegen sollen.
Blount wurde zunächst in das Parker County Jail eingeliefert. Gegen ihn wurde Anklage wegen betrügerischer Nutzung beziehungsweise des Besitzes von Identifikationsinformationen erhoben. Die Kaution betrug 30.000 US-Dollar, die er inzwischen hinterlegt haben soll. Damit befindet sich der 19-Jährige vorerst wieder auf freiem Fuß, während die strafrechtlichen Ermittlungen weiterlaufen.
Die Betreiberin der betroffenen McDonald’s-Filiale, Veronica Ruano, äußerte sich in einer Stellungnahme gegenüber dem lokalen Fernsehsender WFAA deutlich zu dem Vorfall. Sie betonte, dass das Verhalten des Mitarbeiters in keiner Weise den Werten und Standards des Unternehmens entspreche. Man habe eng mit den lokalen Behörden zusammengearbeitet und eine interne Untersuchung durchgeführt.
Laut Ruano wurden alle betroffenen Kunden vollständig entschädigt. Der beschuldigte Mitarbeiter sei außerdem umgehend entlassen worden. „Integrität und das Vertrauen unserer Gäste haben für uns oberste Priorität“, erklärte sie. Der Fall wirft dennoch Fragen zur Sicherheit von Kartenzahlungen im Alltag auf und zeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit auch bei kleinen Beträgen ist.
Der Vorfall wurde zuerst von USA TODAY aufgegriffen und sorgt seitdem landesweit für Diskussionen über Betrug im Einzelhandel und die Verantwortung von Unternehmen beim Schutz ihrer Kunden.