Aktenzeichen: 3603 IN 11795/25
Die traditionsreiche Pedalpower GmbH mit Sitz in der Pfarrstraße 122 in Berlin-Lichtenberg steht vor einer ungewissen Zukunft. Das Amtsgericht Charlottenburg hat am 19. Dezember 2025 einen einschneidenden Beschluss gefasst: Um eine weitere Verschlechterung der finanziellen Situation des Unternehmens zu verhindern, wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Das Fahrradunternehmen, das im Berliner Stadtbild durch innovative Mobilitätslösungen und langjährige Expertise bekannt ist, wird von den Geschäftsführern Harald Busack und Michael Schönstedt geleitet. Es ist im Handelsregister unter der Nummer HRB 198714 geführt.
Die Entscheidung des Gerichts sieht tiefgreifende Maßnahmen vor. Zunächst wurde jede Art von Zwangsvollstreckung, inklusive der Vollziehung von Arrest- und einstweiligen Verfügungen, ausgesetzt – mit Ausnahme von unbeweglichem Vermögen. Diese Regelung dient dem Schutz des Unternehmensvermögens vor dem Zugriff einzelner Gläubiger.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Prof. Dr. Torsten Martini aus Berlin bestellt. Ihm obliegt es nun, die Vermögenswerte des Unternehmens zu sichern und deren Erhalt zu überwachen. Zugleich prüft er, ob das vorhandene Vermögen ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken.
Besonders einschneidend: Die Pedalpower GmbH darf nur noch mit Zustimmung des Insolvenzverwalters über Vermögenswerte verfügen. Das betrifft unter anderem Außenstände und Kontoguthaben, auf die der Insolvenzverwalter nun alleinigen Zugriff hat. Drittschuldnern – also Kunden oder Geschäftspartnern, die der Pedalpower GmbH noch Zahlungen schulden – ist es untersagt, weitere Zahlungen direkt an das Unternehmen zu leisten. Stattdessen sind diese an den vorläufigen Insolvenzverwalter zu richten.
Auch die betriebliche Infrastruktur steht nun unter Beobachtung. Der Insolvenzverwalter ist befugt, sämtliche Geschäftsräume zu betreten, Bücher und Unterlagen einzusehen sowie Auskünfte einzuholen. Ziel ist es, ein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Lage zu gewinnen und die Grundlage für die Entscheidung über die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens zu schaffen.
Die kommenden Wochen werden für die Pedalpower GmbH entscheidend sein. Das Unternehmen, das sich über Jahre hinweg als feste Größe in der Berliner Fahrradbranche etablierte, steht nun unter intensiver Beobachtung der Insolvenzverwaltung. Sollte sich zeigen, dass eine tragfähige Sanierung möglich ist, könnte dies der Auftakt zu einem neuen Kapitel in der Unternehmensgeschichte sein. Andernfalls droht die Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens.