Kurz vor dem Jahreswechsel warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor einer massiv angespannten Sicherheitslage. GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke rechnet damit, dass die Polizei in der Silvesternacht deutlich zu wenig Einsatzkräfte haben wird, um auf erwartete Gewaltausbrüche angemessen reagieren zu können.
„Die Lage ist verzweifelt“ – Polizei bundesweit überlastet
Die Polizeibehörden arbeiteten bereits seit Monaten am Limit, sagte Kopelke der Rheinischen Post. Zu viele offene Stellen, zu wenig Nachwuchs, zu hohe Belastung – diese Kombination führe nun zu einer kritischen Gemengelage:
„Die Lage der Polizeibehörden ist verzweifelt, weil es schlicht nicht genug Kräfte gibt. Viele Kolleginnen und Kollegen stehen in der Silvesternacht buchstäblich alleine in der Blaulichtwelt.“
Schon in den vergangenen Jahren waren Einsatzkräfte an Silvester wiederholt Ziel von Angriffen. Laut GdP gibt es keinen Grund zur Entwarnung – eher im Gegenteil.
Erwartet werden: Schreckschusswaffen, Gruppengewalt, Hinterhalte
Kopelke rechnet mit einer Vielzahl an sicherheitsrelevanten Vorfällen:
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Einsatz von Schreckschusswaffen
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Gruppengewalt gegen Polizei und Rettungskräfte
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geplante Hinterhalte, insbesondere in Großstädten
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Alkoholbedingte Körperverletzungen
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Brandstiftungen, vor allem durch illegale Böller
Der GdP-Chef schildert die Lage vor Ort drastisch: „Es ist frustrierend, nachts in der Silvesternacht allein eine Straßenszene sichern zu müssen – ohne ausreichende Unterstützung.“
GdP fordert Maßnahmen: Mehr Böllerverbote und Schutzzonen
Um die erwarteten Ausschreitungen zumindest einzudämmen, macht Kopelke konkrete Vorschläge:
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Ausweitung von Böller- und Pyrotechnikverboten, insbesondere an bekannten Hotspots
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Einrichtung zusätzlicher Schutzzonen in Innenstädten
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Verstärkte Präsenz von Ordnungsämtern und Sicherheitsdiensten
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Schnellere Strafverfolgung bei Angriffen auf Einsatzkräfte
Er appelliert zudem an Politik und Kommunen, die Vorbereitungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und „klarer durchzugreifen“.
Hintergrund: Personalnot der Polizei spitzt sich zu
Die Warnung kommt nicht überraschend: Mehrere Polizeigewerkschaften schlagen seit Monaten Alarm. Zu den Hauptproblemen zählen:
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Personalmangel, vor allem nachts und an Wochenenden
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Hoher Krankenstand
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Überdurchschnittliche Belastung durch Großlagen, Migration, politisch motivierte Kriminalität und Klimaproteste
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Viele Pensionierungen in den nächsten Jahren
Die Länder hatten bereits angekündigt, die Polizeiausbildung auszuweiten – Ergebnisse sind jedoch erst in einigen Jahren zu erwarten.