Der Jahresabschluss der Windpark GmbH & Co. Niederwerbig KG zeigt ein Projekt in einer Übergangsphase: Die Gesellschaft wächst bilanziell, konsolidiert ihre Struktur innerhalb des Alterric-Verbunds und verbessert die Eigenkapitalbasis deutlich. Gleichzeitig steigt das Risiko durch erhebliche langfristige Verpflichtungen, eine noch immer dominante Fremdfinanzierung und signifikante Abhängigkeiten vom Konzern.
Für Anleger entsteht ein gemischtes Bild: operativ solide – strukturell jedoch risikobelastet.
1. Vermögenslage: Starker Ausbau des Anlagevermögens – aber Verlust der Finanzanlagen
Das Anlagevermögen liegt 2024 bei 21,07 Mio. Euro, ein klarer Anstieg der Sachanlagen um rund 2,1 Mio. Euro. Gleichzeitig wurden die Finanzanlagen (4,12 Mio. Euro im Vorjahr) vollständig ausgebucht. Das deutet auf eine interne Umstrukturierung oder Auflösung früherer Beteiligungen hin.
Positiv
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Investitionen erhöhen den operativen Wert des Windparks.
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Der Park gewinnt an technischer Substanz.
Kritisch
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Der Wegfall der Finanzanlagen reduziert die Diversifikation.
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Es besteht keine Information, ob durch die Auflösung Gewinne oder Verluste entstanden sind.
Die Bilanzsumme steigt auf 30,48 Mio. Euro – ein solides Wachstum, aber auch ein Hinweis auf finanzielle Ausweitung und höhere Bindungen.
2. Forderungen und Liquidität: Forderungsexplosion und sinkende Cash-Reserven
Der auffälligste Bilanzposten 2024:
Forderungen steigen von 936.066 Euro auf 6.857.628 Euro – ein Plus von 633 %.
Das ist für Windparks untypisch und auf folgende Gründe zurückzuführen:
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starke konzerninterne Verflechtungen
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Cash-Pooling-Strukturen mit Alterric
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mögliche ausstehende EEG-Vergütungen
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interne Abrechnungslogik oder Kostenweiterbelastungen
Parallel fallen die liquiden Mittel deutlich:
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von 2,79 Mio. Euro → auf 1,03 Mio. Euro
Das bedeutet:
Die Niederwerbig KG wird stark über Forderungen innerhalb des Konzerns gesteuert – die echte Liquidität nimmt ab.
Für Anleger ist dies kritisch, da hohe konzerninterne Forderungen einem realen Ausfall- oder Verzögerungsrisiko unterliegen.
3. Eigenkapital: Verbesserung, aber weiterhin niedrige Quote
Das Eigenkapital steigt deutlich:
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2023: 3,98 Mio. Euro
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2024: 7,50 Mio. Euro
Grund: Der Verlustvortrag wurde reduziert, es gibt keine neuen Verluste. Die Kommanditisten haben weiterhin ein Festkapital von 12,4 Mio. Euro, wovon ein Teil rechnerisch durch frühere Verluste aufgezehrt ist.
Eigenkapitalquote 2024: ca. 24,6 %
Das ist akzeptabel, aber nicht überragend – für Windparks gelten 30–40 % als komfortabler Bereich.
Positiv: Trend klar steigend
Kritisch: Eigenkapitalquote bleibt relativ niedrig, angesichts enormer Verpflichtungen (siehe Punkt 4)
4. Finanzierung: Schuldenabbau ja – aber Fremdmittel weiterhin dominant
Die Verbindlichkeiten sinken von 23,7 Mio. Euro auf 21,6 Mio. Euro.
Das klingt positiv, aber die Struktur zeigt erhebliche Klumpenrisiken:
Schuldenstruktur 2024:
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Kreditinstitute: 20,6 Mio. Euro
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Verbundene Unternehmen: 197.408 Euro
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Lieferanten: 63.250 Euro
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Sonstige: 759.605 Euro
Laufzeiten der Bankdarlehen:
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≤ 1 Jahr: 1,415 Mio.
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1–5 Jahre: 5,66 Mio.
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> 5 Jahre: 13,52 Mio.
Der Großteil der Schulden ist langfristig und hochvolumig – typisch für Windparks, aber auch risikoträchtig bei:
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Zinsanstiegen
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geringerer Verfügbarkeit
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sinkenden Vergütungssätzen nach EEG
Zudem wurden Zinsswaps über 11,4 Mio. Euro zur Absicherung abgeschlossen. Dies bindet die Gesellschaft langfristig an fixe Zinsniveaus – ein Vorteil bei steigenden Zinsen, aber ein Nachteil in Niedrigzinsphasen.
5. Sonstige Verpflichtungen: Sehr hoch und langfristig
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen steigen auf 14,67 Mio. Euro – ein enormer Betrag.
Aufteilung:
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Nutzungsverträge: 7,74 Mio. Euro (bis 2046)
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Wartungsverträge: 6,664 Mio. Euro (bis 2041)
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Betriebsführung: 266.487 Euro (bis 2028)
Diese Pflichten sind:
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langfristig bindend
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nicht flexibel kürzbar
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absolut zahlungsverpflichtend
Für Anleger bedeutet das:
Hohe Fixkosten werden auch in schwachen Windjahren fällig.
6. Konzernabhängigkeit: Hohe Verflechtung mit Alterric
Die Niederwerbig KG ist klar konzerngebunden:
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Cashpooling über Alterric
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Kostenverrechnungen und Dienstleistungen
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Zinsströme innerhalb des Konzerns
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gemeinsame Projekte und Infrastruktur
Diese Struktur kann vorteilhaft sein – ist aber intransparent und erschwert die externe Bewertung der tatsächlichen Kapitalflüsse.
Insbesondere der extreme Forderungsanstieg spricht für interne Umschichtungen, nicht für klassische Außenforderungen.
Fazit aus Anlegersicht
Der Windpark Niederwerbig zeigt Licht und Schatten:
Stärken
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wachsendes Anlagevermögen
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verbesserte Eigenkapitalbasis
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sinkende Schulden
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professionelles Konzernumfeld
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planbare langfristige Strukturen
Schwächen / Risiken
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enorme Forderungszunahme → potenzielles Liquiditätsrisiko
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stark fallender Cashbestand
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extrem hohe sonstige Verpflichtungen (über 14 Mio. Euro)
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hohe Abhängigkeit vom Alterric-Konzern
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langfristige Zinsbindungen über Swaps
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moderate, aber nicht komfortable Eigenkapitalquote
Gesamturteil
Der Windpark Niederwerbig stabilisiert sich bilanziell, bleibt jedoch ein hochkapitalintensives, risikobehaftetes Projekt mit starker Konzernabhängigkeit und sehr hohen fixen Verpflichtungen.
Für Anleger bedeutet das:
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Chancen vorhanden
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aber nur geeignet für Anleger mit mittlerer bis hoher Risikobereitschaft
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besonders kritisch sind die hohen Forderungen und die langfristigen Belastungen