Der US-Onlinehändler Amazon setzt seinen Wachstumskurs in Deutschland ungebremst fort und baut seine Präsenz im Land deutlich aus. Wie Deutschlandchef Rocco Bräuniger mitteilte, investierte das Unternehmen im Jahr 2024 rund 14 Milliarden Euro – etwa zwei Milliarden mehr als noch 2023. Damit gehört Deutschland weiterhin zu den wichtigsten Märkten des Konzerns außerhalb der USA.
Neue Logistikzentren in mehreren Bundesländern
Die Milliarden flossen unter anderem in den Bau neuer Standorte: In Horn-Bad Meinberg (Nordrhein-Westfalen), Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) und Erfurt (Thüringen) gingen moderne Logistikzentren an den Start. Diese Standorte sind Teil des europaweiten Netzwerks, das kurze Lieferzeiten für Kundinnen und Kunden sicherstellen soll.
Doch das Unternehmen plant noch mehr: In Bietigheim (Baden-Württemberg), Könnern (Sachsen-Anhalt) und Rohr (Bayern) sollen weitere Zentren entstehen. „Wir werden weiter sehr, sehr stark investieren“, kündigte Bräuniger an.
Deutschland als Schlüsselmarkt
Deutschland gilt für Amazon als einer der bedeutendsten Absatzmärkte überhaupt. Mit den jüngsten Investitionen unterstreicht das Unternehmen seine Strategie, die Lieferkette weiter zu verdichten und gleichzeitig Tausende neue Arbeitsplätze zu schaffen. Schon heute beschäftigt Amazon bundesweit mehr als 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Tendenz steigend.
Kritische Stimmen
Allerdings sorgt das massive Wachstum auch für Diskussionen. Kritiker verweisen auf die starke Marktmacht des Konzerns, die Folgen für den stationären Handel und die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren. Gewerkschaften wie ver.di fordern seit Jahren bessere Löhne und Tarifverträge.
Fazit
Amazon positioniert sich mit Milliardeninvestitionen klar für weiteres Wachstum in Deutschland. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das noch schnellere Lieferungen – für Politik und Gesellschaft bleibt die Frage, wie mit der wachsenden Marktmacht des Konzerns umzugehen ist.