Die steigenden Lebenshaltungskosten sind für die Mehrheit der Deutschen derzeit die größte Sorge. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Angststudie der R+V-Versicherung, die seit mehr als 30 Jahren jährlich die größten Befürchtungen der Bevölkerung untersucht.
Inflation an der Spitze
Laut der Erhebung machen sich 52 Prozent der Befragten große Sorgen über die Inflation. Damit bleibt das Thema Preissteigerungen auch im Jahr 2025 die klare Nummer eins. Besonders stark spürbar sei die Teuerung bei alltäglichen Ausgaben wie Lebensmitteln, Energie und Dienstleistungen, wo die Deutschen seit Jahren eine spürbare Belastung erleben. Zwar hat sich die Inflationsrate zuletzt etwas abgeschwächt, doch das Niveau der Preise bleibt hoch – und sorgt bei vielen Menschen für ein Gefühl der finanziellen Unsicherheit.
Migration und Steuerpolitik auf Platz zwei und drei
Auf dem zweiten Platz rangiert die Befürchtung, dass der deutsche Staat durch Migration überfordert sein könnte. Dieses Thema treibt nach wie vor viele Menschen um, vor allem mit Blick auf Wohnungsmarkt, Integration und Sozialleistungen.
Den dritten Platz belegt die Angst vor Steuererhöhungen. Angesichts milliardenschwerer Haushaltslöcher und der Diskussion um Subventionen für Energiewende und Verteidigung wächst die Sorge, dass die Politik Bürger und Unternehmen stärker belasten könnte. Dicht dahinter folgt die Angst vor unbezahlbarem Wohnraum, die besonders in Großstädten präsent ist.
Gesamtängste leicht rückläufig – „Gewöhnungseffekt“?
Trotz dieser Sorgen zeigt die Studie insgesamt eine Entspannung der Stimmungslage. Fast alle abgefragten Ängste haben im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen. Die Autoren der Studie führen das auf einen „Gewöhnungseffekt“ zurück: Nach Jahren multipler Krisen – Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Rezession – scheint sich die Bevölkerung an eine gewisse Dauerbelastung gewöhnt zu haben.
Anders gesagt: Die Probleme sind nicht kleiner geworden, doch die Menschen haben gelernt, mit ihnen zu leben.
Unterschiede zwischen Generationen und Regionen
Bemerkenswert sind auch die Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen:
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Jüngere Befragte (unter 30) sorgen sich weniger um Inflation, dafür stärker um Klimawandel und Umweltschäden.
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Ältere Befragte nennen Inflation und mögliche Einschnitte bei Rente und Gesundheitssystem deutlich häufiger.
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Regionale Unterschiede: In Großstädten steht die Wohnungsnot ganz oben, in ländlichen Regionen eher die Angst vor wirtschaftlichem Abstieg und Arbeitsplatzverlust.
Bedeutung der Ergebnisse
Die R+V-Angststudie gilt seit Jahrzehnten als Stimmungsbarometer für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dass die Inflation die größte Sorge bleibt, verdeutlicht, wie stark steigende Kosten die Bevölkerung belasten – und wie zentral Fragen nach Kaufkraft und Preisstabilität in Deutschland wahrgenommen werden. Gleichzeitig zeigt sich: Themen wie Umwelt, Energieversorgung oder Kriege rangieren zwar ebenfalls weit oben, treten aber im Vergleich etwas zurück.
Fazit
Die Deutschen schauen mit einer Mischung aus finanzieller Sorge und vorsichtiger Gewöhnung in die Zukunft. Die Inflation bleibt ein Dauerproblem, doch die allgemeine Angst nimmt ab. Für Politik und Wirtschaft ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Lösungen finden, die finanzielle Belastungen reduzieren – und gleichzeitig Vertrauen schaffen, dass der Staat handlungsfähig bleibt.