Die Sommerferien sind vorbei – aber wer aktuell oder in den Herbstferien nach Italien reist, sollte die Nachrichten aufmerksam verfolgen: Die Asiatische Tigermücke breitet sich in den Regionen Emilia-Romagna und Veneto aus und überträgt das Chikungunyafieber. Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise bereits angepasst.
Was steckt hinter dem Virus?
Das Chikungunyafieber ist eine Virusinfektion, die durch den Stich der Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen wird. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 12 Tagen treten Symptome wie hohes Fieber, starke Gelenkschmerzen, Hautausschlag sowie Appetitlosigkeit und Übelkeit auf. Die Erkrankung dauert meist 7 bis 10 Tage, kann aber noch wochenlange Gelenkbeschwerden nach sich ziehen. Positiv: In den allermeisten Fällen heilt die Krankheit folgenlos aus, Todesfälle sind extrem selten. Nach einer Infektion besteht lebenslange Immunität.
Lage in Italien
Bislang wurden landesweit rund 200 Infektionen gemeldet – betroffen waren auch deutsche Urlauber. Es gab in Italien schon in früheren Jahren Ausbrüche, diesmal ist aber die Aufmerksamkeit besonders hoch. Laut Virologen dürfte die Lage mit den kühleren Temperaturen im Herbst rasch abklingen, da die Tigermücke empfindlich auf Kälte reagiert.
Tipps zum Schutz vor Mückenstichen
Reisende sollten sich tagsüber besonders schützen, da die Tigermücke tagaktiv ist:
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Helle, lange Kleidung tragen
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Mückenschutzmittel mit DEET oder Icaridin verwenden
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Moskitonetze nutzen, falls nötig
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Stehendes Wasser meiden (z. B. Blumentopf-Untersetzer), da Mücken dort brüten
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In Innenräumen helfen Räucherspiralen oder Sprays
Medikamente und Behandlung
Spezielle Medikamente gibt es nicht. Behandelt werden die Symptome mit Fieber- und Schmerzmitteln. Bei langanhaltenden Gelenkbeschwerden kann eine Behandlung ähnlich wie bei Rheuma helfen.
Impfung – sinnvoll oder nicht?
Zwar sind in der EU seit diesem Jahr zwei Impfstoffe zugelassen, doch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese bisher nur für Reisen in besonders betroffene Regionen wie Asien oder Südamerika. Für Italien-Reisende kommt eine Impfung aktuell zu spät – bis der Schutz greifen würde, ist die Saison vorbei.
Auch für Deutschland relevant
Die Asiatische Tigermücke ist längst auch in Süd- und Mitteleuropa heimisch – darunter in Teilen Deutschlands. Zwar sind Infektionen hier noch selten, aber Tropenmediziner raten Rückkehrern aus Italien, sich in den ersten 14 Tagen nach der Reise besonders zu schützen: Wer dann von einer Mücke gestochen wird, könnte sonst das Virus auch in Deutschland verbreiten.