Der CDU-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, hat Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem stärkeren Fokus auf die Innenpolitik aufgerufen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lobte Schulze zwar die internationale Präsenz des Kanzlers in den ersten Wochen seiner Amtszeit, mahnte aber an, dass nun dringend innenpolitische Entscheidungen folgen müssten.
„Bundeskanzler Merz war permanent im Ausland unterwegs – das war richtig und wichtig für die Positionierung Deutschlands auf der internationalen Bühne“, sagte Schulze. Doch im eigenen Land herrsche eine wachsende Ungeduld. „Gerade bei Themen wie den Energiepreisen brauchen wir rasche Lösungen. Sonst laufen unsere Betriebe Gefahr, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.“
Schulze sieht in einer stärkeren Konzentration auf die Innenpolitik auch einen Schlüssel zur Verbesserung der gesellschaftlichen Stimmung. Viele Bürgerinnen und Bürger würden sich weniger für außenpolitische Gipfeltreffen interessieren, sondern vielmehr dafür, wie hoch ihre Stromrechnung ist oder ob ihr Arbeitsplatz in Gefahr steht.
Auch parteiintern wirbt Schulze für Einigkeit und Geschlossenheit. Nur mit klaren Entscheidungen in zentralen Politikfeldern könne die CDU das Vertrauen der Bevölkerung festigen und Rückhalt im Land sichern.
Der Appell macht deutlich: Während Merz international Profil zeigt, steigt im Inland der Druck, handfeste Ergebnisse zu liefern – insbesondere für Wirtschaft und Bürger im Alltag.