Deutschlands Schulen stehen vor großen Herausforderungen – und ihre Qualität hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert. Das geht aus dem aktuellen Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor, über den die Welt am Sonntag berichtet. Die vollständige Studie soll in zwei Wochen veröffentlicht werden.
Demnach zeigt sich seit rund zehn Jahren eine deutliche Abwärtsbewegung bei der Schulqualität. In mehreren Kategorien – darunter Integration, Lernumfeld und Leistungsfähigkeit – attestieren die Forscher eine besorgniserregende Entwicklung.
Überforderung durch steigende Anforderungen
Als eine wesentliche Ursache nennt die Studie die Überforderung vieler Schulen. Insbesondere die hohe Zahl geflüchteter Kinder und Jugendlicher stelle die Einrichtungen vor große Herausforderungen: zusätzliche Sprachförderung, Integrationsarbeit und soziale Betreuung müssten geleistet werden – oft ohne ausreichende personelle oder finanzielle Ressourcen.
Doch auch jenseits der Migrationsfrage gibt es deutliche Defizite. Der Lehrkräftemangel verschärft die Lage, Unterrichtsausfälle häufen sich, und die digitale Ausstattung vieler Schulen bleibt trotz milliardenschwerer Förderprogramme unzureichend.
Seit 2013 im Blick
Der Bildungsmonitor wird seit 2013 jährlich erstellt und bewertet das Schulsystem in 13 Kategorien – darunter Integration, Schulqualität, Betreuungsangebote, Innovationsfähigkeit und Internationalisierung. Ziel ist es, die Stärken und Schwächen der Bildungssysteme transparent darzustellen und politische Handlungsfelder aufzuzeigen.
Warnsignal für Politik und Gesellschaft
Die Ergebnisse sind ein weiteres Warnsignal für Politik und Gesellschaft: Während internationale Vergleichsstudien wie PISA schon länger zeigen, dass Deutschland beim Thema Bildung zurückfällt, verdeutlicht der neue Bericht nun, dass die Abwärtsspirale hausgemacht und langfristig ist.
Experten mahnen, dass ohne grundlegende Reformen die Chancen junger Menschen auf gute Bildung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland ernsthaft gefährdet seien.